Die Barmer und die Gmünder Ersatzkasse fusionieren zur größten Krankenkasse Deutschlands. Was in einem solchen Fall für die Versicherten gilt.
Am 25. September 2009 hat nach dem Verwaltungsrat der Gmünder nun auch das Gremium der Barmer Ersatzkasse dem Zusammenschluss zum 1. Januar 2010 zugestimmt.
Die neue Kasse wird rund 8,6 Millionen Versicherte haben. Was das für Versicherte bedeutet:
Dörte Elß, Gesundheitsexpertin der Verbraucherzentrale Berlin, kann sich das nicht vorstellen: «Den Versicherten wird der Zusammenschluss zunächst keine großen Änderungen bringen. Etwa 90 Prozent des Leistungskatalogs sind in der gesetzlichen Krankenversicherung ohnehin gleich - sie sind gesetzlich vorgeschrieben.» Und über die Wahltarife hätten Versicherte bestehende Verträge, die zu erfüllen sind. Langfristig könne ein solcher Zusammenschluss sogar dazu führen, dass bessere Verträge mit den Leistungserbringern - etwa Ärzten - ausgehandelt werden.
Auch an den Kosten kann sich nichts ändern: Der Beitragssatz ist seit der Einführung des Gesundheitsfonds einheitlich für alle gesetzlich Versicherten - unabhängig von der gewählten Kasse. Und bislang sagen beide Kassen, dass sie keine Zusatzbeiträge erheben wollen - mit der Fusion würde das sogar umgangen. Die GEK räumte ein, dass ohne Fusion im kommenden Jahr Zusatzzahlungen absehbar wären.
Nicht grundsätzlich. Ein solches Recht haben Versicherte nur dann, wenn nach der Fusion ein höherer Beitragssatz oder eben ein Zusatzbeitrag verlangt wird, erklärt Elß. Wer mindestens 18 Monate Mitglied ist, kann dann mit einer Frist von zwei Monaten - also zum übernächsten Monat - kündigen. Wer in einem Wahltarif versichert ist - etwa über Vereinbarung eines Selbstbehalts oder einer Beitragsrückgewähr -, muss ohnehin über insgesamt drei Jahre seiner Kasse treu bleiben.
«Beide Kassen sind klassische Ersatzkassen, sie kommen aus demselben System», sagt Elß. Sie hätten flächendeckend Geschäftsstellen vor Ort - «das nimmt sich nicht viel». Als die Techniker Krankenkasse (TK) und die IKK-Direkt Anfang 2009 verschmolzen, waren ihrer Einschätzung nach gegensätzlichere Kulturen zu vereinen. Eine große Traditionskasse schluckte damals einen kleineren Online-Anbieter.
«Ich würde annehmen, dass es nach dem Zusammenschluss einen neuen Namen und entsprechend auch neue Versichertenkarten geben wird», sagt Elß. So war das auch beim Zusammenschluss von TK und IKK-Direkt - bislang noch Deutschlands größte Kasse.
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