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Angina pectoris
Patienten mit einer stabilen Angina pectoris sind dauerhaft auf Medikamente angewiesen. © dpa

Angina pectoris: Wenn die Brust plötzlich schmerzt

Ein Schmerz direkt hinter dem Brustbein- das kann ein Alarmsignal sein. Trotzdem ignorierten viele Angina-pectoris-Patienten ihre Beschwerden.

Angina pectoris ist eine Herzkrankheit, die durch verengte Herzkranzgefäße hervorgerufen wird. Sie macht sich mit Beschwerden mitten in der Brust bemerkbar. Wird die Herzkrankheit nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann Angina pectoris zum Infarkt und häufig sogar zum Tod führen.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nach wie vor Todesursache Nummer eins in Deutschland. Trotzdem ignorierten viele Angina-pectoris-Patienten ihre Beschwerden.

Welche Symptome verursacht die Angina pectoris?

Der Schmerz hinter dem Brustbein strahlt meist in den Hals, den oberen Bauch und den linken Arm aus. Typisch ist die Beschreibung eines dumpfen, beklemmenden Engegefühls. Frauen klagen häufig nur über Luftknappheit. Allen gemein ist, dass der Schmerz plötzlich und in Intervallen, nicht aber tagelang vorkommt.

Stabile oder instabile Form der Krankheit

Bei einer stabilen Form der Angina pectoris tritt der Schmerz in der Regel nur aus einer Belastung heraus auf - das kann körperliche Anstrengung oder auch Stress sein. Bei Ruhe ist der Schmerz dann wieder weg.

Bei der weitaus gefährlicheren instabilen Form ist es umgekehrt: Der Schmerz kommt aus der Ruhe heraus. Hier besteht die Gefahr, dass bald ein Herzinfarkt folgt, also der komplette Verschluss eines Gefäßes. Aber auch bei der vermeintlich stabilen Angina pectoris ist ein Arztbesuch unabdingbar.

Wer ist betroffen?

«Eine Angina pectoris bekommt fast jeder, bei dem das Sauerstoffangebot nicht mit dem Bedarf des Herzens übereinstimmt», erklärt Benny Levenson vom Berufsverband Niedergelassener Kardiologen. Das bedeutet: Die Herzkranzgefäße sind aufgrund einer Arteriosklerose verengt und können das Herz nicht mit genügend Sauerstoff versorgen. Doch nicht jeder weiß, ob ihn das betrifft.

Erhöhtes Risiko durch erbliche Vorbelastung

Wichtig ist daher, die Risikofaktoren zu kennen. Dazu gehört eine familiäre Vorbelastung. Wer einen Verwandten ersten Grades mit einer Herz-Kreislauf-Erkrankung hat, habt ein 30 Prozent höheres Risiko, selbst zu erkranken. Sind mehrere Verwandte herzkrank, sei das Risiko sogar doppelt so hoch. Weitere riskante Faktoren sind ein hoher Cholesterinspiegel, erhöhter Blutdruck, Rauchen und vor allem eine Diabetes-Erkrankung.

Wie verläuft die Diagnose?

Am Anfang steht eine Aufnahme der Krankengeschichte. Ein erfahrener Arzt kann viel daraus schließen, wenn die Brustschmerzen von Bauch oder Wirbelsäule verursacht werden. Dann folgt in der Regel ein Belastungs-EKG. Das liefert eine ca. 80-prozentige Genauigkeit.

Durchblutungsstörungen am Herzen

Meist werden zusätzliche Untersuchungen gemacht, um herausfinden, ob Durchblutungsstörungen am Herzen vorliegen. Das kann durch eine nuklearmedizinische Methode, eine Kernspintomographie oder ein Ultraschall unter Belastung geschehen. Manchmal ist sei auch noch eine Herzkatheteruntersuchung nötig. Dadurch lässt sich ermitteln, wie umfangreich die Gefäßverengung ist.

Quelle: dpa
(Bilder: Grüne Woche Berlin; dpa)