Noroviren gehören zu den häufigsten Ursachen viraler Magen-Darm-Erkrankungen. Fragen und Antworten rund um das Norovirus.
Noroviren gehören zu den häufigsten Verursachern von Durchfallerkrankungen. Fragen und Antworten zum Norovirus.
Noroviren (früher als Norwalk-like-Viren bezeichnet) gehören zu der Familie der Caliciviridae. Noroviren sind unbehüllte Viren mit einer einzelsträngigen, linearen RNA mit positiver Polarität. Der Norovirus ist ein Erreger von Erkrankungen beim Menschen.
Das Norovirus wurde 1968 erstmals in Stuhlproben während einer Welle von Magen-Darm-Erkrankungen in Norwalk in den USA entdeckt. Um den Zusammenhang zwischen dem gefundenen Virus und den Durchfallerkrankungen beweisen zu können, wurde damals gereinigtes Stuhl-Ultrafiltrat, welches aus menschlichem Kot erkrankter Patienten gewonnen wurde, an Freiwillige oral verabreicht, welche anschließend ebenfalls erkrankten.
Allgemein gilt: Jeder kann sich mit dem Virus anstecken, ebenso beeinträchtigt der Krankheitsverlauf mit Erbrechen und Durchfall jeden Menschen. Der Krankheitsverlauf ist kurz und heftig, meist aber nicht lebensbedrohlich. Gefährlich werden kann das Norovirus für Ältere, Schwangere oder Menschen, die bereits durch andere Krankheiten geschwächt sind, z. B. durch Diabetes.
Noroviren sind extrem ansteckend. Die Ansteckung erfolgt fäkal-oral, das heißt die Viren werden über den Stuhl und das Erbrochene von Infizierten ausgeschieden. Vor allem Erbrochenes ist hoch ansteckend. Der Kontakt damit muss daher am besten auf null reduziert werden. Das Virus überträgt sich bereits durch den Handkontakt mit Flächen, die von dem Virus verunreinigt sind. Hinzu kommt, dass sie bis zu zwölf Stunden auf Flächen und Gegenständen überleben. Auf Lebensmitteln sogar erheblich länger.
Die Norovirusinfektion tritt plötzlich auf und zeichnet sich durch schwallartiges heftiges Erbrechen und starke Durchfälle (Diarrhöe), Übelkeit, Kopf- und Bauchschmerzen aus. Die Körpertemperatur kann leicht erhöht sein, meist kommt es jedoch nicht zu hohem Fieber.
Medikamente, die das Norovirus direkt bekämpfen, gibt es nicht. Behandelt werden lediglich die Symptome. In schweren Fällen kann der Arzt Tabletten gegen das Erbrechen verschreiben.
Erkrankte verlieren viel Flüssigkeit und Elektrolyte. Diese müssen mittels entsprechender Lösungen dem Körper wieder rasch zugeführt werden, um den Kreislauf zu stabilisieren. Deshalb sollte man viel trinken. Um den Elektrolythaushalt wieder auszugleichen, empfiehlt sich beispielsweise Hühnerbrühe oder klare Gemüsesuppe. Sonst können bedrohliche Herzkreislaufbeschwerden- gerade bei Babys, Kleinkindern und älteren Menschen- auftreten.
Eine Noroviren-Infektion läuft kurz und heftig ab. Normalerweise müsse sich der Erkrankte etwa ein bis eineinhalb Tage übergeben. Dann flaut das Erbrechen ab, manchmal folgt Durchfall. Kinder sind nach zwei Tagen meist wieder fit. Älteren und geschwächten Menschen kann sie jedoch stärker zusetzen.
- Mehrmals tägliches, gründliches Händewaschen mit Seife ist sehr wichtig, um sich vor dem Norovirus zu schützen.
- Auch auf ausreichende Toiletten- und Küchenhygiene sollte geachtet werden.
- Ein wichtiges Hilfsmittel ist ein Desinfektionsmittel auf alkoholischer Basis. Damit lassen sich die Krankheitskeime auf Händen, Türklinken, Telefonhörern oder anderen Flächen abtöten. Auch Desinfektionstücher bieten sich an.
- Zudem sollte man Nahrungsmittel, die roh verzehrt werden, schälen, beziehungsweise ausgiebig reinigen. Essen, das nicht selbst zubereitet wurde und rohe Produkte enthält, sollte besser gemieden werden.
- Wichtig ist die konsequente Einhaltung der allgemeinen Hygieneregeln vor allem in Altenheimen, Krankenhäusern, Gemeinschaftseinrichtungen und Großküchen.
Es gelten die oben beschriebenen Vorsorgemaßnahmen. Zusätzlich gilt: Neben demjenigen, der sich um den Norovirus-Infizierten kümmert, sollten andere den Kontakt möglichst meiden.
Wer seinem Kind hilft, das sich übergeben muss, sollte darauf achten, keine Spritzer abzubekommen. Es darf auf keinen Fall zum Kontakt mit Erbrochenem kommen. Dazu schützt man sich am besten mit einem Mundschutz und Einweghandschuhen. Außerdem ist es wichtig, sich nicht mit den Händen ins Gesicht zu fassen. Sonst besteht die Gefahr, dass Noroviren über den Mund in den Magen gelangen und dort die Erkrankung auslösen.
Nein, eine Impfung gegen das Norovirus gibt es nicht.
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