Ob ein alkoholisches Getränk Methanol enthält, ist für den Laien nicht erkennbar. Das wurde zwei Schülern beim Urlaub in der Türkei zum Verhängnis.
«Sie können Methanol weder am Geschmack noch am Geruch von Alkohol unterscheiden», sagt Carola Seidel von der Informationszentrale gegen Vergiftungen des Universitätsklinikums Bonn.
Aus den vergangenen zehn Jahren sei ihr in Nordrhein-Westfalen (NRW) aber kein Fall bekannt, indem es zu einer Methanolvergiftung durch ein Getränk kam. Spiritus aus osteuropäischen Ländern könne Methanol enthalten. «Aber den trinkt man ja nicht.»
Am ersten Aprilwochenende waren zwei 17 und 19 Jahre alte Schüler gestorben, die in der Türkei mit Methanol versetzten Alkohol getrunken hatten. Ein weiterer Schüler war bereits am Ort im Hotel verstorben. Vier weitere Jugendliche konnten eine türkische Klinik schon nach wenigen Tagen verlassen.
Stichwort Methanol
Methanol ist ein einwertiger Alkohol, der in der Natur in Baumwollpflanzen, Heracleum-Früchten, Gräsern und in ätherischen Ölen vorkommt. Der Konsum von Methanol, beispielsweise als Bestandteil von selbstgebrannten Alkoholika, führt zu schweren Vergiftungen.
In käuflichen alkoholischen Getränken ist aber kaum Methanol enthalten, da Prozessführung, Destillation sowie Lebensmittelkontrolleure für ein hohes Maß an Sicherheit sorgen.
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