Sich die Sucht eingestehen, das fällt vielen Abhängigen extrem schwer.
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Alkoholsucht: Wo Alkoholiker Hilfe finden
Beratungsstellen, Hotlines und Anlaufstellen, die Alkoholsüchtigen beim Ausstieg aus der Sucht helfen.
Alkoholsucht kann verschiedene Formen und Ausmaße annehmen. Meist stecken Betroffene jahrelang in einem Teufelskreis, ohne einen Weg aus der Sucht zu finden. Dennoch: «Der Ausstieg ist immer möglich», betont Volker Weissinger, Geschäftsführer des Fachverbandes Sucht in Bonn. «Es nützt auch nichts, das über Monate oder gar Jahre zu verzögern- viele Süchtige verlieren so wichtige Lebenszeit, in der ihre Beziehungen zerbrechen und sie den Job verlieren können.» Hilfe zu suchen sei daher ein wichtiger erster Schritt, um wieder zu sich selbst zu finden. Verschiedene Anlaufstellen bieten verhältnismäßig unkompliziert Hilfe an:
Hotlines und telefonische Beratungsstellen
- Sucht- und Drogen-Hotline (bundesweit):
Telefon 01805/313 031, rund um die Uhr, 14 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz
- Beratungstelefon der BZgA:
Telefon 0221/892031
Montag bis Donnerstag 10.00 bis 22.00 Uhr
Freitag bis Sonntag 10.00 bis 18.00 Uhr
(für das Telefonat fallen vom Anbieter abhängige Kosten an)
Dort können Betroffene und auch Angehörige mit geschulten Psychologen oder Sozialarbeitern sprechen.
Beratungsstellen im Internet
Im Internet bietet die BZgA Hilfe, z. B. eine Suchmöglichkeit nach Beratungsstellen, geordnet nach Süchten und Regionen. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DSH) listet auf ihrer Internetseite unter der Rubrik «Einrichtungssuche» ebenfalls Kontaktdaten zahlreicher Anlaufstellen auf.
Ambulante Beratungsstellen
Viele Süchtige suchen als erstes eine ambulante Beratungsstelle auf. Am besten ist es, vorher dort anzurufen und möglichst bald einen Termin zu vereinbaren. In einem Gespräch wird dann geklärt, wie die aktuelle Situation einzuschätzen ist und welche konkreten Maßnahmen notwendig sind.
Entzug, Rehabilitation, Selbsthilfegruppen
«Zunächst kann auch ein Entzug notwendig sein», sagt der Experte. Dabei gehe es vorrangig um die körperliche Entgiftung. «Danach steht meist eine medizinische Rehabilitation an, die je nach Ausgangslage und Schweregrad entweder ambulant oder stationär durchgeführt werden kann.» Dafür sei in der Regel jedoch ein ärztliches Gutachten nötig. Die Wartezeit darauf lässt sich mit weiteren Gesprächen in der ambulanten Beratungsstelle oder einer Selbsthilfegruppe überbrücken - und lohnt sich meist: Nach einer 8- bis 16-wöchigen stationären Reha leben laut Weissinger mehr als die Hälfte der Betroffenen abstinent.
Hilfe für Angehörige
Die meisten Süchtigen brauchen Jahre, bis sie sich ihre Sucht eingestehen und bereit sind, Hilfe anzunehmen. Deswegen ist es für Angehörige und Freunde äußerst wichtig, bis dahin selber mit der Situation klarzukommen. Sie holen sich am besten selber Hilfe und konzentrieren sich auf ihr eigenes Leben. Dabei können Selbsthilfegruppen oder ambulante Beratungsstellen helfen.
Quelle: kra/BerlinOnline/dpa
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