Eine aktuelle Studie zeigt: Wer in der Nähe eines Flughafens lebt und dem Fluglärm dauerhaft ausgesetzt ist, riskiert seine Gesundheit.
In Berlin protestieren aktuell Bewohner der südwestlichen Bezirke gegen die Flugrouten des neuen Flughafens BBI. Die Bürger befürchten eine deutlich stärkere Lärmbelästigung durch startende Flugzeuge als bislang erwartet. Dass Fluglärm nicht nur den Wert ihrer Wohngegend mindert, sondern auch die Gesundheit der betroffenen Bewohner gefährdet, beweist nun eine aktuelle Studie aus der Schweiz.
Forscher der Universität Bern haben Datensätze von 4,5 Millionen Personen ab 30 Jahren analysiert. Ergebnis: Starker Fluglärm über einen langen Zeitraum erhöht das Risiko für einen Herzinfarkt. Dabei sind Personen am stärksten gefährdet, die dem Lärm seit mindestens 15 Jahren ausgesetzt sind.
Die Untersuchung zeigte, dass das Herzinfarkt-Risiko besonders hoch für Personen war, die in alten, schlecht lärmisolierten Häusern wohnen. Die Forscher nehmen an, dass der Fluglärm als Stressfaktor auf das Nervensystem und das Hormonsystem wirkt. Offenbar werden Frauen damit aber besser fertig. Denn bei ihnen konnten die Forscher kein erhöhtes Sterberisiko durch Herzinfarkt erkennen, wenn sie dem Fluglärm ausgesetzt waren.
Weitere Studien notwendig
In weiteren Studien soll nun geklärt werden, ob der beobachtete Zusammenhang kausaler Natur ist. Denn in der Studie wurden andere Risikofaktoren wie Rauchen oder Cholesterin nicht erfasst.
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