Immer mehr Kinder werden mit Ritalin ruhig gestellt. Erwachsene nehmen es aus anderen Gründen.
«Ritalin ist ein Arzneimittel mit möglichen Nutzen und bekannten Risiken», sagte der Bremer Pharmakologe Prof. Gerd Glaeske. Immer mehr Kinder würden mittlerweile mit Ritalin ruhig gestellt.
Aber das Mittel verzögere unter anderem das Wachstum, warnte Glaeske. Nach seinen Angaben konnte eine Erfolgsrate bei Kindern mit Zappelphilipp-Syndrom vermeldet werden, die weniger Medikamente bekamen und die Verhaltenstherapie dominierte.
Erwachsene griffen mittlerweile auch häufiger zu synthetischen «Glückspillen» und «Leistungssteigerer», meinte Glaeske. «In einer Mainzer Studie waren 80 Prozent der Studierenden bereit, sich mit zweifelhaften Pillen geistig auf die Sprünge zu helfen.» Vier Prozent der Befragten benutzten bereits solche Pillen.
Die Mittel seien bei Gesunden nicht erprobt und somit unerwünschte Wirkungen nicht bekannt. Aber einer aktuellen Publikation zufolge löse Hirndoping Unruhe, Psychosen, Zittern und Abhängigkeit aus.
Nach der Einnahme von Psychostimulanzien seien Lungenhochdruck und Herzrasen nur einige unerwünschte Symptome, sagte Glaeske. Häufig träten auch verminderte Selbsteinschätzung und eine Überschätzung auf. Es bestünde die Gefahr, dass man in einen Teufelskreis hinein komme - wenig Schlaf und wenig Erholung - und damit Körper und Geist schade.
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