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Blutzuckermessgerät
Wer unter Alterzucker leidet, sollte sich darauf einstellen, dass die Krankenkasse nicht alle Medikamente bezahlt. © dpa

Diabetes: Kassen zahlen nicht mehr alle Mittel

Zwei Wirkstoffe gegen Alterszucker werden künftig nur noch in Ausnahmefällen von den Krankenkassen bezahlt.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) von Ärzten und Krankenkassen beschoss am 17. Juni 2010, zukünftig die beiden Wirkstoffe Glinide und Glitazone nur noch in Ausnahmefällen von den Krankenkassen bezahlen zu lassen. Der Ausschuss stützte sich dabei auf Bewertungen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2.

Repaglinid wird bezahlt, Gliniden und Glitazonen nicht

Bei Gliniden und Glitazonen handelt es sich um Antidiabetika, die zur oralen Behandlung der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus Typ 2) verordnet werden. Bei der Bewertung der Glinide «führte der nicht belegte Nutzen zum Verordnungsausschluss», heißt es in der GBA-Mitteilung. Eine Ausnahmeregelung wurde für Diabetiker mit schweren Nierenfunktionsstörungen getroffen. Ihnen kann der Wirkstoff Repaglinid weiterhin verordnet werden.

Gliniden und Glitazonen haben zu viele Nebenwirkungen

Bei der Nutzenbewertung der Glitazone «war das deutlich belegte Schadenspotenzial» Grund für die Entscheidung: Studien zufolge kann die Behandlung mit Glitazonen sowohl zu Knochenbrüchen als auch zu gravierender Herzschwäche führen. Um Patienten und Ärzten Gelegenheit zur medikamentösen Umstellung zu geben, wurde eine Übergangsfrist vereinbart.

Zum Schutz der Patienten

Der GBA-Vorsitzende Rainer Hess wies darauf hin, dass andere Präparate zur Verfügung stehen, die keine unerwünschten Nebenwirkungen und Langzeitrisiken haben. «Wir sind der Auffassung, dass Patienten sowohl vor nutzlosen als auch besonders vor schädlichen Therapien geschützt werden müssen.» Im Jahr 2008 wurden nach GBA-Angaben für Glinide 48 Millionen Euro ausgegeben, für Glitazone gut 136 Millionen Euro.

Quelle: dpa
(Bilder: Grüne Woche Berlin; dpa)