Die Barmer und Gmünder Ersatzkasse schließen sich zum Jahresbeginn 2010 zur größten Krankenkasse in Deutschland zusammen.
Und mit dem Zusammenschluss von mehreren Innungskrankenkassen entsteht die größte IKK mit mehr als 1,8 Millionen Versicherten. Andere Kassen haben schon fusioniert. Für Versicherte wirft das Fragen auf. Hier die wichtigsten Antworten:
«Durch den einheitlichen Beitragssatz ändert sich für die Versicherten vorerst nichts an den Kosten», erklärt Ann Marini vom GKV-Spitzenverband in Berlin. Seit der Einführung des Gesundheitsfonds ist der Beitragssatz für alle Versicherten einheitlich - unabhängig von der Krankenkasse. Teurer werden könne es nur dann, wenn die Kassen Zusatzbeiträge erheben. Die Fusionen sollen laut Marini aber gerade das vermeiden.
Grundsätzlich erst einmal nein. «Die gesetzlichen Pflichtleistungen der Krankenkassen bleiben auch bei einer Fusion bestehen», sagt die Patientenberaterin Wiebke Cornelius aus Rostock. Allerdings könne sich etwas an den Zusatzleistungen ändern - sie machen aber nur 3 bis 10 Prozent des Leistungsumfangs aus. Zu den Zusatzleistungen zählen etwa die Kostenübernahme bei homöopathischen Behandlungen, Zuschüsse für Kuren und die Finanzierung des Fitnessstudios. Bei der Klärung dieser Frage hilft die Kasse weiter.
«Das Sonderkündigungsrecht im Rahmen von Fusionen gilt nur bei Beitragssatzveränderungen», sagt Marini. Solange die Krankenkassen keine Zusatzbeiträge erheben, haben Mitglieder also auch kein Sonderkündigungsrecht. Allerdings kann kündigen, wer mindestens 18 Monate Mitglied bei einer Kasse und in keinem Wahltarif gebunden ist.
«Ein Wechsel kann sich finanziell lohnen», so lautet die Einschätzung von Simone Meisel von der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt. Bei einem neuen Anbieter zahlen Versicherte zwar nicht weniger Beiträge. Einige Kassen bieten aber Prämien oder Serviceleistungen an, die mit Geld aufzuwiegen sind.
Seit der Einführung des einheitlichen Beitragssatzes ist der Preis kein Auswahlkriterium mehr. Die Leistungen müssen den eigenen Bedürfnissen entsprechen. «Vor einem Wechsel sollte man sich daher genau überlegen, welche Leistungen man schon genutzt hat und welche Angebote einem wichtig sind», erklärt Ulrike Steckkönig von der Stiftung Warentest in Berlin. Wer häufig auf Reisen ist, legt mehr Wert auf die Übernahme von Impfkosten für exotische Reiseländer. Eine Familie möchte dagegen möglicherweise, dass homöopathische Behandlungsmethoden übernommen werden.
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