Einkaufen, die Wohnung schmücken, Essen vorbereiten: Die Vorweihnachtszeit ist extrem stressig. Wie man trotzdem gelassen bleibt.
Stress, Ängste und Depressionen haben in der Weihnachtszeit Hochkonjunktur. Es gebe großen Andrang in Beratungsstellen, psychiatrischen und psychosomatischen Ambulanzen, sagt Psychotherapeut Professor Bernd Löwe.
«Persönliche Probleme neigen jetzt zur Eskalation», erklärt Löwe. Weihnachten stelle die Menschen vor besondere Herausforderungen. «Schwierige Beziehungen werden noch schwieriger, Einsame fühlen sich noch einsamer, Paar- und Familienkonflikte spitzen sich zu, entladen sich mitunter Heiligabend zu einem großen Zerwürfnis», sagt Löwe, der Chefarzt für Psychosomatik der Schön Klinik in Hamburg ist.
Weihnachten sei auch heute noch mit hoher Emotionalität verbunden. «Die Vorweihnachtszeit verstärkt Gefühle und spült Probleme an die Oberfläche», erläutert der Professor. Ein weiterer Stressfaktor seien erhöhte Anforderungen in der Vorweihnachtszeit. Unerledigtes müsse bis zum Jahresende schnell noch geschafft werden, das Fest wolle geplant und organisiert werden.
Damit Weihnachten kein Fiasko wird rät er dazu, auf Warnsignale des Körpers besonders zu achten. Dazu gehörten Herzklopfen, schweißnasse Hände und Magenbeschwerden ebenso wie Gereiztheit und Lustlosigkeit. «Wenn körperliche Stresssymptome auftauchen, einmal innehalten, tief durchatmen und überlegen, ob das was man da tut, wirklich notwendig ist», rät Löwe.
Wenn zudem gegensätzliche Wünsche von Partnern und Familienmitgliedern für Zündstoff sorgen, hilft nur eins: Reden, reden, reden. Dabei sollte man durchaus eigene Bedürfnisse formulieren, aber auf Vorwürfe verzichten. Enormer Seelischer Druck könne auch zu körperlichen Zusammenbrüchen führen, warnt der Experte. «Weihnachten ist zwar meist nicht die direkte Ursache der Probleme, kann die Beschwerden aber verstärken», sagte Löwe.
Auch sollte man selbst im größten Vorweihnachtstrubel auf Sport, Musik und persönliche Hobbys nicht verzichten. «Sie helfen dabei, in der stressigen Zeit die Balance zu halten», erklärte der Facharzt.
Auch Musik kann Medizin für die Seele sein. Klassische Musik hat laut Psychologen die stärkste Heilkraft. Sie wirkt sich günstig bei Ängsten, Depressionen und Erkrankungen des Herz- Kreislauf-Systems aus. Außerdem hilft sie gegen Schmerzen, Stress sowie Schlafstörungen und beeinflußt das Immunsystem positiv.
Wem Orchestermusik auf die Nerven geht, der sollte Meditations- oder Pop- und Rockmusik hören. Die beiden Letzteren haben stimmungsaufhellende und bei Müdigkeit anregende Wirkung. Ähnlich verhält es sich mit lateinamerikanischer Musik - sie kann die Lebensfreude steigern. Keine Heilkraft haben nach Ansicht von Psychologen Heavy Metal und Techno: Sie erhöhen Herzfrequenz und Blutdruck - stressen also nur noch mehr.
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