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Symbolbild Männergesundheit
Büste eines Männerkörpers © Abda

Sexualtherapie: Potenzstörungen ohne Viagra heilen

Wenn er will, aber nicht kann, hilft eine Sexualtherapie. Die wirkt meist nach kurzer Zeit und hält länger als Potenzpillen.

Wer unter Sexualproblemen leidet, sollte sich zunächst gründlich körperlich untersuchen lassen, rät Michael Berner von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde in Berlin. Können organische Ursachen ausgeschlossen werden, empfiehlt er eine Sexualtherapie. Das gilt insbesondere, wenn die Probleme nicht nach einigen Wochen weniger würden. Die Kosten für die Therapie übernimmt die Krankenkasse.

Sexualstörungen durch Probleme in der Partnerschaft

Sexualstörungen machen sich zum Beispiel durch eine eingeschränkte Potenz bemerkbar. Das unbefriedigende Sexualleben führe oft zu Problemen in der Partnerschaft, das Selbstwertgefühl und die Lebensqualität leiden und der emotionale Rückzug verstärke sich, erläutert Berner. Auch bei Menschen, die mit Antidepressiva behandelt werden, können sexuelle Störungen auftreten.

Erektions- und Potenzstörungen

Hinter einer Erektionsstörung stecken oft psychische Ursachen. Das können Ängste, Leistungsdruck oder überzogene Erwartungen sein, erläutert Prof. Uwe Hartmann von der Universität Hannover.
Potenzstörungen können von der Psyche herrühren. Männer befürchteten häufig zu versagen, oder bemühten sich übermäßig, den Partner zu befriedigen. Das raube ihnen die Lust.

Was die Sexualtherapie kann

Eine Sexualtherapie könne dazu beitragen, Blockaden und Hindernisse zu beseitigen, die eine befriedigende Sexualität verhindern. Sex sollte vor allem die Wünsche der beiden Beteiligten und nicht so sehr gesellschaftliche Normen erfüllen, rät Hartmann. Eine Erektionsstörung sei daher für Männer die Gelegenheit, sich von dem männlichen Mythos unerschöpflicher sexueller Leistungsfähigkeit zu verabschieden.

Therapie zahlt die Krankenkasse

Erektions- und andere Sexualstörungen werden meist in einer kurzen Psychotherapie von bis zu 25 Stunden behandelt. Die Kosten dafür übernimmt die Krankenkasse, Kosten für Potenzpräparate wie Viagra dagegen nicht.

Quelle: dpa
(Bilder: Grüne Woche Berlin; dpa)