Betroffene und Angehörige wissen meist nicht, welche Pflegeangebote es gibt und an wen sie sich wenden können. Pflegestützpunkte können dabei helfen.
Wer pflegebedürftig wird, hat es plötzlich mit vielen unterschiedlichen Ansprechpartnern zu tun. Damit sind viele Betroffene überfordert. Seit 2008 sollen sie in dieser Situation Hilfe bei den sogenannten Pflegestützpunkten finden. Das sind Anlaufstellen, in denen sich die Pflegekassen mit weiteren Trägern zusammengetan und Informationen gebündelt haben. Über die Schaffung dieser Servicestellen bestimmen die Länder.
Rein rechtlich gesehen sei ein Pflegestützpunkt nichts anderes als ein Raum, in den von Pflegekassen und Kommunen Mitarbeiter entsandt werden, sagt Michell-Auli. In der Regel arbeiteten Vertreter aus unterschiedlichen Berufszweigen zusammen und könnten so umfassend beraten: «In allen Pflegestützpunkten sind Sozialarbeiter beziehungsweise Sozialpädagogen, Pflegefachkräfte und Sozialversicherungsfachangestellte ansprechbar», erklärt Seidel.
Die Gestaltung auf regionaler Ebene ist sehr unterschiedlich, die Kernaufgaben sind jedoch bei allen Pflegestützpunkten gleich: «Die Mitarbeiter der Pflegestützpunkte bieten drei Leistungsmodule an: Information, Beratung und Case Management, also die individuelle Begleitung und Betreuung von Betroffenen», erklärt Gisela Seidel, Leiterin des Berliner Pflegestützpunktes Friedrichshain-Kreuzberg.
Bei den Fragen, mit denen sich die Mitarbeiter der Stützpunkte beschäftigen, geht es beispielsweise um Ansprüche an Sozialleistungsträger, ambulante Dienste, stationäre Einrichtungen, Hilfsangebote oder um den altersgerechten Umbau einer Wohnung.
Die Mitarbeiter helfen bei der Orientierung und dienen als Vermittler: «Es gibt eine Vielzahl von unkoordinierten Hilfsangeboten und Leistungen, welche Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen zur Verfügung stehen. Doch Transparenz ist kaum gegeben. Die Betroffenen wissen schlicht nicht, welche Angebote es gibt und an wen sie sich wenden können», erläutert Peter Michell-Auli, Geschäftsführer des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA) in Köln. Dort, wo es keine Stützpunkte gibt, sind die Pflegekassen verpflichtet, die Beratung zu sichern.
Es gibt verschiedene Wege, die Pflegestützpunkte zu erreichen, meist werden zu festen Terminen Sprechzeiten angeboten. Der Vorteil: Betroffene müssen nicht warten, können Unterlagen mitbringen, und der Berater kann sich inhaltlich darauf einstellen. In Berlin beispielsweise sind die Stützpunkte für Ratsuchende auch ohne Termin geöffnet. Und schließlich besteht immer die Möglichkeit, einen Beratungstermin im Stützpunkt, im Krankenhaus, der Rehaklinik, einem Pflegeheim oder auch der häuslichen Umgebung zu vereinbaren.
Denn gerade wenn es um Fragen der Umgestaltung einer Wohnung geht oder wenn der Pflegebedürftige nicht mobil ist, kann ein Hausbesuch hilfreich sein. Im Idealfall wird die Vertrauensbasis dadurch geschaffen und gefestigt, dass ein und derselbe Ansprechpartner den Pflegebedürftigen kontinuierlich betreut.
Pflegebedürftige und Angehörige können ihr erstes Gespräch im Pflegestützpunkt praktisch vorbereiten. Zum einen ist es hilfreich, eine Liste mit konkreten Fragen zusammenzustellen. Außerdem sollte man die wichtigsten Papiere dabei haben. Dazu gehören Versicherungs- und Arztunterlagen, Krankenhausberichte, falls vorhanden ein Patientenpass und nicht zuletzt Vollmachten.
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