Kamillenblüten gelten als entzündungshemmend und krampflösend - sie lassen sich unter anderem bei Hauterkrankungen und Magenbeschwerden einsetzen.
Die Kamille gilt als die Mutter der Heilkräuter. Die Pflanze stand schon im alten Ägypten im hohen Ansehen und wurde als Blume des Sonnengottes verehrt.
Seit dem 16. Jahrhundert ist sie laut Johannes Gottfried Mayer von der Forschungsgruppe Klostermedizin der Universität Würzburg das gebräuchlichste Heilkraut überhaupt. «In der Hausapotheke sollten Blüten oder ein Kamillen-Konzentrat nicht fehlen», rät er.
In der Phytotherapie werden die Blüten der Pflanze verwendet. Sie bestehen aus einem Blütenköpfchen mit gelben Röhrenblüten und einem Kranz weißer Zungenblüten. Sie gelten als entzündungshemmend und krampflösend, schützen die Schleimhäute, verhindern Geschwüre und hemmen das Wachstum von verschiedenen Bakterien und Pilzen. Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind Mayer zufolge ätherisches Öl, zahlreiche Flavonoide, Cumarine und Schleimstoffe.
Die Liste der Anwendungen ist umfangreich: Äußerlich wird Kamille in Form von Inhalationen, Spülungen, Bädern, Umschlägen und Auflagen zum Beispiel bei Haut- und Schleimhautentzündungen eingesetzt. Auch bei bakteriellen Hauterkrankungen einschließlich der Mundhöhle und des Zahnfleisches und Erkrankungen des Anal- und Genitalbereiches oder bei Entzündungen im Nasen- und Rachenraum hilft sie. Bei der äußerlichen Anwendung empfiehlt es sich auf das Kamillen-Konzentrat zurückzugreifen, weil es wesentlich mehr ätherisches Öl enthält.
Innerlich werden Zubereitungen von Kamillenblüten bei krampfartigen Beschwerden im Verdauungstrakt sowie bei Magen- und Darmbeschwerden wie Gastritis, Enteritis, Colitis und Blähungen empfohlen.
In der Erfahrungsmedizin wird Kamille auch als Beruhigungsmittel eingesetzt. «Eine entsprechende Wirkung konnte im Tierversuch belegt werden», ergänzt Mayer. Gegenanzeigen und Nebenwirkungen seien nicht bekannt, nur in ganz seltenen Fällen komme es zu allergischen Hautreaktionen.
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