Lasik-OPs, PRK- und Lasek-Behandlungen korrigieren Kurz- oder Weitsichtigkeit. Aber das Augenlasern ist mit hohen Kosten und einigen Risiken verbunden.
Augen Lasern kann eine Alternative zu Brille oder Kontaktlinsen sein. Bei Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit wird heutzutage meist eine Lasik-Behandlung angewendet. Auch Erkrankungen der Hornhaut oder der Netzhaut können mit Augenlaser behandelt werden. Krankenkassen übernehmen die Kosten in der Regel nicht, Ausnahme sind bestimmte Augenkrankheiten.
Beim Augen Lasern wird meist ein sogenannter Excimer-Laser eingesetzt, mit dem die Hornhaut verändert wird, um die Brechkraft des Auges zu verändern. Die Brechkraft des Auges bezeichnet die Stärke, mit der einfallende Lichtstrahlen gebündelt werden, und wird in Dioptrien gemessen. Bei Menschen mit normalem Sehvermögen beträgt die Brechkraft des Auges etwa 65 Dioptrien. Liegt der Dioptrienwert darüber, spricht man von Weitsichtigkeit, liegt der Wert darunter, handelt es sich um Kurzsichtigkeit.
Lasik – Laser in situ Keratomileusis:
Die Lasik-Methode wird heute am häufigsten durchgeführt, der Eingriff erfolgt ambulant. Dabei wird zunächst die oberste Schicht der Hornhaut (Epithel) mit einem hobelartigen Messer (beim Femto-Lasik-Verfahren mit einem speziellen Laser) von der Hornhaut abgetrennt und wie ein Deckel weggeklappt.
Anschließend wirkt der Laser auf tiefere Schichten ein. Das dünne Scheibchen wird wieder zurückgeklappt. Gute Erfolgsaussichten bietet die Behandlung, wenn die Abweichung von der Normalsichtigkeit folgende Richtwerte nicht überschreitet:
Bei Kurzsichtigkeit (Myopie): bis -10 Dioptrien
Bei Weitsichtigkeit (Hyperopie): bis +4 Dioptrien
Bei Stabsichtigkeit (Astigmatismus): bis -4 Dioptrien
Das älteste Laserverfahren zur Korrektur von Fehlsichtigkeiten am Auge wird heute nur noch selten und dann vor allem bei Patienten mit eher geringen Brechkraftfehlern eingesetzt. Bei der PRK entfernt der Laser direkt die oberflächlichen (äußeren) Hundertstelmillimeter der Hornhautschicht. Dadurch liegt nach dem Eingriff die Hornhaut offen, was für einige Tage zu Schmerzen und einem langsameren Heilungsverlauf führt.
- bei Menschen unter 18 Jahren
- bei einer Änderung der Brechkraft (geänderte Brillenwerte) in den letzten ein bis zwei Jahren
- während der Schwangerschaft und Stillzeit
- bei Augenkrankheiten wie grauer Star, Glaukom oder chronischen Hornhauterkrankungen
- bei systemischen Immunerkrankungen und Diabetes mellitus
Dieses neuere Laserverfahren am Auge ist eine Kombination von PRK und Lasik, bei dem zunächst ein Scheibchen der Hornhaut abgehoben wird. Es ist jedoch wesentlich dünner (0,05mm) als bei der Lasik-Methode und besteht nur aus der äußersten Hornhautschicht, dem so genannten Epithel. Allerdings muss für einige Tage eine Kontaktlinse als Verband getragen werden, da das dünne Deckelchen leicht verrutscht. Der Hauptvorteil gegenüber der Lasik ist, dass auch bei eher dünner Hornhaut ein Eingriff noch möglich ist.
Dieses Verfahren kann bei wiederholt auftretenden Hornhautdefekten, oberflächlichen Hornhautnarben oder einer fortschreitenden Hornhautdegeneration eingesetzt werden. Nach einer lokalen Anästhesie werden mithilfe wärmeerzeugender Laserstrahlen kleinste Teile der Hornhaut oder ganze Schichten abgetragen beziehungsweise die Oberfläche wird geglättet.
Der Eingriff erfolgt meist ambulant. Nachbehandelt wird mit antibiotischen und hornhautpflegenden Augentropfen oder Salben. Etwa ein halbes Jahr lang muss meist ein Tränenersatzmittel gegeben werden.
Lasik, Lasek und PRK werden von den gesetzlichen Krankenkassen grundsätzlich nicht übernommen. Einige private Krankenkassen dagegen übernehmen die Kosten teilweise oder sogar vollständig. Die Kosten für die Behandlung liegen zwischen 1000 und 3000 Euro pro Auge. Anders verhält es sich bei der Phototherapeutischen Keratektomie (PTK), der Laserphotokoagulation und der Photodynamischen Therapie (PDT). Die Kosten dafür können unter bestimmten Voraussetzungen von den Kassen erstattet werden.
Eine sich ablösende Netzhaut beziehungsweise Risse und Löcher in ihr können mithilfe der Laserphotokoagulation behandelt werden. Dabei wird die Netzhaut mit ihrer Unterlage sozusagen verschweißt. Dadurch wird das Loch oder die gefährdete Zone abgeriegelt, so dass sich die Netzhaut nicht weiter ablöst. Innerhalb von ein bis zwei Wochen vernarben die gelaserten Stellen.
Laserphotokoagulation kann auch krankhaft verändertes Gewebe veröden. Dadurch verbessern sich oftmals die Durchblutung und Nährstoffversorgung des umliegenden Gewebes, so dass sich krankhafte Gefäße oder Netzhautschwellungen zurückbilden können. Laserbehandlungen der Netzhaut werden meist ambulant durchgeführt. Der Patient erhält zuvor Augentropfen zur Pupillenerweiterung und eine Betäubung der Horn- und Bindehaut. Nach dieser Pupillenerweiterung können die Patientinnen und Patienten meist für einige Stunden nicht scharf sehen. Zudem sind sie verstärkt blendungsempfindlich und deshalb für mindestens 24 Stunden fahruntüchtig.
Bei einer altersabhängigen feuchten Makuladegeneration (AMD), bei der die Sehschärfe an einer kleinen Stelle der Netzhaut ganz oder teilweise verloren geht, kann die photodynamische Therapie (PDT) den Fortgang der Erkrankung unter Umständen bremsen.
Vor der eigentlichen Behandlung wird den Patientinnen und Patienten der Wirkstoff Verteporfin über die Blutbahn zugeführt, der sich in den Wänden neu gebildeter Gefäße anreichert. Durch Bestrahlung mit schwachem Laserlicht einer bestimmten Farbe wird das Verteporfin in der Netzhaut aktiv und bewirkt dort eine Verödung der neu gebildeten Gefäße, ohne das umliegende Gewebe zu schädigen.
Nach einer Behandlung ist es wichtig, die Augen vor Sonnenlicht zu schützen, da eine ungewollte Lichtaktivierung des Farbstoffs die Netzhaut schädigen kann.
Augen Lasern kann erhebliche Nebenwirkungen mit sich bringen. Bislang fehlen verlässliche Langzeitstudien zu möglichen vorübergehenden oder bleibenden Beeinträchtigungen. Die am häufigsten beobachteten Risiken, Komplikationen und Nebenwirkungen sind:
- Beschwerden durch zu trockene Augen
- herabhängendes Augenlid (ptosis)
- beeinträchtigte Dämmerungssicht oder Nachtsicht
- verstärkte Licht- und Blendungsempfindlichkeit
- Doppelbilder und Schwindelgefühl bei großem Brechkraftunterschied zwischen beiden Augen
- Überkorrektur oder Unterkorrektur, was einen Folgeeingriff oder eine Korrektur durch Brille oder Kontaktlinsen erfordert
- milchige Trübung der Linse, die zu nebelartigem Sehen führt, auch Haze (englisch = Nebel) genannt (tritt vor allem bei Lasek, PRK und PTK auf)
- oberflächliche Narbenbildung der Hornhaut
- beim Lasik-Verfahren kann es zum Verschieben des Hornhautdeckels und Vorwachsen von Oberflächenzellen (Epithel) auf die Unterseite des Deckels kommen
- das Virus einer Herpes-Infektion kann durch den Eingriff aktiviert werden
- Keratektasie: die verletzte Hornhaut stülpt sich infolge einer Hornhautverdünnung nach außen, was eine ständige Änderung der Sehschärfe bedeuten kann
- während der OP kann es zu einer Infektion oder zu einer Perforation der Hornhaut kommen.
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