Gerstenkorn, Hagelkorn, Talgdrüsenentzündung: Entzündungen am Auge, am Augenlid oder Lidrand kann niemand übersehen. Wie sie behandelt werden.
Entzündungen am Auge, am Lidrand oder den Tränenwegen sehen unschön aus, können manchmal auch schmerzhaft sein, sind aber in den meisten Fällen relativ harmlos. Welche Arten es gibt und wie sie behandelt werden.
Eine Lidrandentzündung (Blepharitis) entsteht im Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Ein wichtiger Aspekt ist der Hauttyp des Betroffenen, so tritt die Blepharitis nicht selten bei Menschen mit trockener oder schuppender Haut auf. Bestimmte Drüsen im Lid produzieren zu viel Sekret, dazu kommt eine ständige Reizung, beispielsweise durch Rauch oder Zugluft. So ist der Boden für die bakterielle Entzündung bereitet. Der Lidrand ist gerötet und verkrustet. Oft schwillt auch das gesamte Lid an und die Wimpern fallen aus.
Man behandelt die Krankheit, indem der am Lidrand liegende Wimpernboden mit speziellen Salben oder Gelen gereinigt wird. Je früher desto besser, denn die Blepharitis ist oft sehr hartnäckig. Antibiotika sollten erst als letzte Option zum Einsatz kommen, da sie bei ungezielter Anwendung Pilzinfektionen der Hornhaut begünstigen.
Wenn sich die am Lidrand liegenden Drüsen entzünden, was durch eine Blepharitis begünstigt wird, bildet sich ein Gerstenkorn (Hordeolum). Diese eitrige gerötete Schwellung ist sehr schmerzhaft, aber harmlos. Nach einiger Zeit bricht das Gerstenkorn von selbst auf, der Inhalt entleert sich und die Entzündung heilt ab. Durch trockene Wärme (Rotlichtlampe) und desinfizierende Salben lässt sich der Prozess beschleunigen.
Beim Hagelkorn (Chalazion) sind die Talgdrüsen an der Innenseite des Lids, die so genannten Meibomschen Drüsen, entzündet. Ein Sekretstau in den Ausführungsgängen der Drüse liegt der Entzündung zu Grunde. Die Betroffenen haben in der Regel kaum Beschwerden. Meistens wird ein Hagelkorn operativ entfernt, da es sonst immer größer wird und andere Infektionen begünstigt.
Eine Entzündung des Tränensacks und der Tränenwege (Dakrozystitis) entsteht fast immer durch eine aus der Nase aufsteigende bakterielle Infektion. Die Besiedlung der Schleimhaut mit Bakterien wird durch verengte Tränenwege begünstigt, die wiederum oft Folge einer früheren Entzündung sind, aber auch Verletzungen kommen in Frage. Es resultieren Schmerzen, Rötung und Schwellung im Bereich des Tränensacks unter dem inneren Lidwinkel. Oft haben die Betroffenen auch Fieber.
Durch vorsichtigen Druck auf den Tränensack gewinnt der Arzt etwas Eiter, damit der Erregertyp bestimmt und gezielt mit dem passenden Antibiotikum behandelt werden kann. Weiterhin erfolgt eine Therapie mit feuchten warmen Umschlägen. Wenn die Erkrankung durch behinderten Tränenabfluss chronisch wird, kann man operieren.
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