BerlinOnline.de

Essen am Abend macht nicht zwangsläufig dick
Was bei einer Diät wirklich zählt, ist die Energiebilanz des gesamten Tages. © dpa

Essen am Abend macht nicht automatisch dick

Entscheidend ist nicht wann, sondern wie viele Kalorien über den Tag verteilt eingenommen werden. Warum man spätes Essen trotzdem meiden sollte.

Abnehmwillige müssen sich nicht sorgen, dass vor allem Essen am Abend dick macht. Entgegen der altbekannten Diätregel, nach der man «abends wie ein Bettelmann» essen soll, sei der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme nicht ausschlaggebend, sagte Gisela Olias vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam. «Was wirklich zählt, ist die Energiebilanz des ganzen Tages.» Wer morgens große Mengen isst, dafür aber abends hungert, hat die gleiche Energiemenge aufgenommen wie derjenige, der die Kalorien über den Tag verteilt.

Nicht mehr Kalorien aufnehmen, als der Körper verbraucht

Menschen auf Diät sollten sich daher auch nicht darauf verlassen, dass sie allein durch den Verzicht auf das Abendessen abnehmen. «Wichtig ist, dass der Körper nicht mehr Kalorien über den Tag verteilt aufnimmt, als er wieder verbraucht», sagte die Ernährungsexpertin. Sie rät allen, die abnehmen wollen, eine Woche lang ein Ernährungsprotokoll zu führen. Darin wird jede Hauptmahlzeit vermerkt, aber auch jeder Keks zwischendurch.

Zusätzliche Kalorien wie süße Getränke weglassen

«Dadurch mache ich mir bewusst, wo die Kalorien herkommen und wo ich mir eventuell welche sparen könnte», erklärte Olias. Verzichtbar seien zum Beispiel süße Getränke wie Cola, aber auch Apfelsaft. Ein Liter Apfelsaft hat mehr als 400 Kilokalorien- eine zusätzliche Kalorienmenge, die wenig zur Sättigung beiträgt und die man gut weglassen könnte.

Späte Nahrungsaufnahme vermeiden

Eine andere Diätregel empfiehlt, ab spätestens zwei Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr zu essen. Aber auch diese Faustregel stimme nicht so ganz, erklärt Olias. Zwar verbraucht der Körper weniger Energie, wenn er ruht. Aber da er die Nacht über hungert und sich am nächsten Morgen bewegt, wird die am Abend zugeführte Energie schnell wieder abgebaut. Trotzdem rät Olias von einer späten Nahrungsaufnahme- Kalorien hin oder her- ab: «Durch den Verdauungsvorgang wird der Schlaf unruhiger.»

Quelle: dpa
(Bilder: Grüne Woche Berlin; dpa)