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Biokisten
Der Inhalt einer Biokiste stammt meist aus der Region und wird saisonal zusammengestellt. © dpa

Biokisten: Frisches Gemüse direkt nach Hause

Abseits der Bio-Supermärkte, Naturwarenläden und Bio-Linien in den Discountern hat sich noch eine ganz andere Vertriebsidee für Bio-Obst und -Gemüse entwickelt: die Biokisten.

Einmal bestellt, kommt damit jede Woche eine Ladung frischer Produkte direkt nach Hause. Das hört sich komfortabel an, aber nicht jeder weiß, was sich dahinter verbirgt - und ob sie auch aus ökologischer Sicht wirklich bio sind.

Dauerbestellung oder jede Woche neu

«Biokisten sind individuell zusammenstellbar», erklärt Gundula Hesse, gelernte Biolandwirtin und Betreiberin von «Die Biokiste» im nordhessischen Bad Sooden-Allendorf. Ihre Kunden bestellen die Kisten per Telefon, Internet oder Fax.

«Man kann wählen, ob man eine Dauerbestellung mit festem Inhalt möchte oder ob man sich beispielsweise jede Woche neue Produkte zusammensucht.» So können Obst, Gemüse, Brot, Kartoffeln, Honig, Eier sowie Milch und Milchprodukte nach eigenen Wünschen angefordert werden.

Vom Erzeuger direkt nach Hause

Mit den Einkaufslisten der Kunden bestellt Hesse dann bei Biohöfen oder einem Biogroßhandel in ihrer Nähe, kauft die gewünschten Produkte ein und fährt sie vor die Haustür. «Viel frischer geht es nicht.» Selbst in Bio-Supermärkten lagere die Ware oft länger.

Die meisten ihrer Produkte kommen aus der Region, doch das geht gerade bei Obst und Gemüse nicht immer. «Immerhin wollen die Menschen im Winter nicht nur Wintergemüse, sondern auch mal Tomaten oder Gurken essen.» Deswegen liefert Hesse von Dezember bis April auch einige Bioprodukte aus dem Ausland, die restliche Zeit des Jahres gibt es aber fast nur Regionales.

Sinnvoll, wenn keine Bioladen in der Nähe ist

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) unterstützt die Idee der Kisten. «Die Biokiste ist sinnvoll, wenn kein Bioladen in der Nähe ist», sagt Reinhild Benning, Leiterin Agrarpolitik beim BUND in Berlin.

Mit der Biokiste kämen regionale Bioprodukte direkt ins Haus, und die Lieferanten planten schon aus Kostengründen ihre Touren sorgfältig, so dass keine unnötigen Transporte anfielen.

Außerdem tragen Biokisten zur Arten- und Sortenvielfalt bei. «So finden sich in den Abokisten oft vergessene Salatsorten wie Portulak, der besonders Kindern schmeckt», sagt Benning. «Oder alte Apfelsorten wie 'Großherzog Friedrich', der gerade im Winter als Bratapfel köstlich ist.» Hinzu kommt, dass die meisten Lieferanten passende Rezepte beilegen, damit die Kunden gleich erste Kochideen haben.

Auch andere Produkte bestellbar

Das Entscheidende ist laut Benning aber der Klimaschutz: «Der Ökolandbau an sich spart bereits rund 30 Prozent Energie im Vergleich zum konventionellen Landbau. Wenn die Biokiste die Autofahrt zum Supermarkt vor der Stadt ersetzt, wird das Klima zusätzlich entlastet.» In aller Regel trage die Abokiste dazu bei, dass weniger weit gereiste und mehr saisonale Lebensmittel verzehrt werden.

Neben den regionalen Anbietern, die Kunden in der Nähe beliefern, gibt es auch bundesweite Bio-Versand-Unternehmen. Der Vorteil dieser größeren Händler ist zudem, dass sie eine breitere Auswahl anbieten und auch an Firmen oder Bürogemeinschaften liefern. Neben frischen Produkten werden zum Beispiel auch Reis, Couscous, Wein oder Kosmetika angeboten. Die Ware wird in Recyclingpapier eingewickelt und in einem Pappkarton über DHL versand.

Versand kann ökologischer sein

Bei Biokisten bundesweiter Händler kommen die Produkte allein aus logistischen Gründen natürlich nicht immer aus der unmittelbaren Umgebung der Kunden. Expertin Benning rät daher, aus Umweltsicht die Biokisten zu bevorzugen, die aus der Region in die Region liefern.

Doch auch die anderen Versandarten hätten durchaus ihren Sinn: Für Waren wie Kosmetika, für die weite Strecken zurückgelegt werden müssen, weil es sie vielleicht in der Region nicht zu kaufen gibt, sei der Versandhandel besser als eine individuelle weite Autofahrt.

Quelle: dpa
(Bilder: Grüne Woche Berlin; dpa)