Ist es echter Käse oder ein Gemisch aus Fett, Eiweißpulver und Wasser? Einige Hinweise können helfen, das billige Ersatzprodukt zu erkennen.
Verbraucher können nur schwer erkennen, ob Restaurants oder Hersteller von Tiefkühlprodukten statt echtem Käse lediglich minderwertige Käse-Imitate verwenden. Bislang müssen sie nicht gekennzeichnet werden.
Sogenannter Analog-Käse wird aus Wasser, Pflanzenfett, Milcheiweiß, Stärke und Geschmacksverstärkern hergestellt. 100.000 Tonnen Analog-Käse werden pro Jahr allein in Deutschland produziert, schätzt das Politmagazins "Frontal 21". Eigentlich ist das Produkt für Länder mit wenig Milchwirtschaft gedacht. Es wird beispielsweise in wasserarme Regionen exportiert und dient dort als Käseersatz.
In Deutschland wird es zunehmend in Fertigprodukten, Backshops und der Gastronomie verwendet weil es wegen der minderwertigen Zutaten bis zu 40 Prozent billiger ist. Das Problem: Der Gast wird auf der Speisekarte nicht darüber informiert. Auch der Kunde im Supermarkt kann aus der langen Zutatenliste von Tiefkühlpizzen oder -baguettes kaum erkennen, ob Zutaten wie pflanzliche Fette oder Milcheiweiß zum Gericht gehören oder als Käse-Ersatz dienen.
Die Verbraucherzentrale Hamburg hat eine Liste mit Produkten veröffentlicht, in denen das Käse-Imitat verwendet wird. Die Beispiele zeigen, wie auf der Zutatenliste von Pizza, Käsebrötchen und anderem verschleiert wird, dass es sich bei der Zutat gar nicht um echten Käse handelt.
Der Trick dabei: Um eine Kennzeichnung "mit Käseimitat" zu vermeiden, verwenden einige Anbieter den Hinweis "überbacken" oder fügen eine vergleichsweise winzige Menge echten Käse zu, der dann bei den Zutaten aufgeführt wird. Zudem wird Analog-Käse auch im Einzelhandel als "Pizza-Mix" verkauft. Der Inhalt solcher Packungen ist von geriebenem Käse kaum zu unterscheiden.
Hellhörig sollten Verbraucher werden, wenn ein Gericht auf der Speisekarte als "überbacken" beschrieben ist und von Käse keine Rede ist, raten die Verbraucherschützer. Auch als Feta-Ersatz in griechischen Salaten sei Analog-Käse schon gefunden worden.
«Wenn Analog-Käse nicht extra ausgezeichnet wird, ist das ein Verstoß gegen das Gesetz», sagt Christoph Römer von der Verbraucherzentrale Berlin. Echten Käse ohne Kennzeichnung durch solche Imitate zu ersetzen, sei eine «Täuschung der Verbraucher». Schon bei Eis und Schinken würden oft minderwertige Bestandteile verwendet. Er forderte, die Lebensmittelüberwachung hier zu verstärken.
Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter forderte eine umfassende Änderung des Kennzeichnungsrechts. «Es kann nicht sein, dass sich der Verbraucher über eine allgemeine Zutatenliste zusammenreimen muss, ob er echten Käse isst oder Analog-Käse, der möglicherweise einen minimalen Käseanteil hat». Bisher sei die Praxis nicht ausreichend bekannt gewesen und daher kaum bis gar nicht geprüft und geahndet worden.
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