Wurst aus Pferdefleisch in einer Pferdemetzgerei
Grundsätzlich ist Pferdefleisch nicht gesundheitsschädlich. Wird es in Fertigprodukten verarbeitet, muss dies aber auf der Verpackung erkennbar sein. dpa

Pferdefleisch: Ist es grundsätzlich essbar?

Pferdefleisch essen: Die Vorstellung ist irgendwie unangenehm und Ältere kennen noch passende Geschichten aus Zeiten der Not. Beim Verzehr gilt: Es kommt auf das Pferd an, von dem das Fleisch stammt.

Der Pferdefleischskandal erschüttert Europa und ist nun auch in Deutschland angekommen: In Fertig-Produkten wurde statt Rind- Pferdefleisch verarbeitet. Auch wenn hierzulande die Vorstellung, Pferdefleisch zu essen meist Unbehagen auslöst, gilt: «Pferdefleisch ist von der Zusammensetzung her ein gutes Fleisch, es hat viele Nährstoffe», so Jessica Fischer von der Verbraucherzentrale Berlin. Wichtig für die Verarbeitung des Fleisches in Lebensmitteln sei aber, dass die Tiere nicht mit bestimmten Medikamenten behandelt worden sind. Pferde seien zum Beispiel nicht stärker mit Antibiotika belastet als etwa Rinder oder Schweine. «Generell besteht keine Gesundheitsgefahr.», so Fischer.

Schlachtfohlen als Fleischlieferant

Tatsächlich gilt Pferdefleisch in vielen Ländern Europas als Delikatesse. Besonders in Frankreich, Italien und Island ist der Verzehr nicht außergewöhnlich. Zum Teil werden sogar besondere Schlachtfohlen gezüchtet. In Deutschland kommt Pferdefleisch eher selten auf den Teller. Im Jahr 2011 wurden in der Bundesrepublik nach Angaben des Statistischen Bundesamtes rund 11 200 Pferde geschlachtet. Gegenüber dem Vorjahr war das zwar ein Anstieg von 16 Prozent, doch bleibt damit der Anteil von Pferden bei der Fleischerzeugung mit deutlich unter 0,3 Prozent verschwindend gering.

Echter Sauerbraten wird mit Pferdefleisch gemacht

In Deutschland bieten meist spezialisierte Rossschlachter Produkte aus dem Fleisch von Schlachtpferden an, seit einer Gesetzesänderung in den 1990er Jahren sind aber auch andere Fleischereien dazu berechtigt. Hierzulande wird Pferdefleisch vor allem als Grillwurst, Gulasch oder Roulade konsumiert. Auch für den traditionellen Rheinischen Sauerbraten wird in der authentischen Zubereitung nicht Rindfleisch, sondern das deutlich zartere und fettärmere Pferdefleisch verwendet.

Pferdefleisch ist fettarm

Ernährungsexperten geben den Fettgehalt von magerem Pferdefleisch mit 3 Prozent gegenüber 6 Prozent beim Rind an. Bei fettem Fleisch sind es 16 zu 31 Prozent. 100 Gramm Pferdefleisch enthalten etwa 3,5 Milligramm Eisen, bei der gleichen Menge Rindfleisch sind es nur 1,9 Milligramm.

Fleisch

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Quelle: dpa
(Bilder: dpa)