Umweltbewusste Verbraucher sollten an der Fischtheke tropische Shrimps, Seezungen und Schollen meiden.
Für ein Kilogramm Seezunge beispielsweise würden bis zu sechs Kilogramm Beifang meist tot ins Meer zurückgeworfen, sagt Catherine Zucco vom World Wide Fund For Nature (WWF) in Hamburg. Der Grund dafür sei, dass diese Arten mit sogenannten Grundschleppnetzen gefangen werden, die über den Meeresboden gezogen werden. «Die nehmen wirklich alles mit, was ihnen in die Quere kommt», sagt Zucco.
Der WWF schätzt in einem Beifangreport, dass rund 38,5 Millionen Tonnen Fische, Schildkröten, Delfine und Seevögel weltweit als Beifang ins Netz gehen - das sind etwa 40 Prozent des Gesamtfangs. Darunter seien besonders viele Jungfische. So werde das Problem der Überfischung verschärft, weil zukünftige Fänge verloren gehen. Für den WWF-Report wurden rund zwei Drittel der weltweiten Meeresfischerei auf ihren Beifanganteil untersucht.
Wer Fische mit möglichst wenig Beifang kaufen will, sollte im Supermarkt auf das Siegel des Marine Stewardship Council (MSC) achten. Damit ausgezeichnete Fische und Meeresfrüchte kämen aus Fischereien, die auf nachhaltige Fangmethoden mit wenig Beifang achten.
Eine vergleichsweise gute Beifang-Bilanz haben beispielsweise Hering, Seelachs und Makrele. Heringe könnten als Schwarmfische mit sogenannten pelagischen Netzen zielgerichtet in mittleren Tiefen gefangen werden, erklärt Zucco. Als Alternative zu Shrimps und Nordseekrabben empfiehlt die Meeresbiologin Eismeergarnelen. Auch Heilbutt, Kabeljau und weißer Thunfisch aus Fischereien mit dem MSC-Siegel gibt es in Deutschland zu kaufen.
Das Siegel «Dolphin Safe», das auf manche Thunfischdosen gedruckt ist, sage dagegen nichts über die gesamte Beifangmenge aus. Denn dabei werde allein darauf geachtet, dass die Netze so beschaffen sind, dass sich keine Delfine darin verfangen können. Der Beifang an anderen Meeresbewohnern könne dennoch erheblich sein, sagt Zucco. Auf dem Online-Beifangrechner des WWF können Verbraucher sich anzeigen lassen, wie viel Beifang durchschnittlich für eine bestimmte Menge Fisch aus dem Meer gezogen werden.
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