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Hefeextrakt als Geschmacksverstärker wie Glutamat
Asiatische Gerichte enthalten oft Glutamat als Geschmacksverstärker. © dpa

Hefeextrakt als Geschmacksverstärker wie Glutamat

Hefeextrakt steckt als Geschmacksverstärker auch in vielen Bio-Produkten. Das Industrieprodukt ist dem bekannten Natriumglutamat sehr ähnlich. Trotzdem muss es auf Verpackungen nicht als Geschmacksverstärker gekennzeichnet werden.

In vielen Bioprodukten steckt Hefeextrakt als Geschmacksverstärker. Auf der Zutatenliste ist allerdings nicht zu erkennen, dass es sich dabei um einen Geschmacksverstärker handelt. Es hat dieselben Eigenschaften wie Natriumglutamat, muss aber nicht als Lebensmittelzusatzstoff mit einer E-Nummer gekennzeichnet werden, wie Andreas Winkler von der Verbraucherorganisation Foodwatch in Berlin erläutert.

Natriumglutamat trägt die Nummer E 621

Hefeextrakt gelte als Zutat wie Mehl oder Eier und nicht als Zusatzstoff wie der bekannte Geschmacksverstärker Natriumglutamat, ergänzt die Ernährungswissenschaftlerin Heide Ebrahimzadeh-Wetter vom Verband der Oecotrophologen. Der im Labor hergestellte Stoff Natriumglutamat trägt die Nummer E 621. Damit muss er auf der Zutatenliste vermerkt werden.

Hefeextrakt hat nichts mit natürlicher Hefe zu tun

Der Begriff Hefeextrakt hört sich zwar natürlich an, hat aber nichts mehr mit der in der Natur vorkommenden Hefe zu tun. «Bei der industriellen Herstellung von Hefeextrakt wird die Hefezelle bei sehr hoher Temperatur abgetötet», erklärt Ebrahimzadeh-Wetter. Anschließend werden Enzyme zugesetzt, die die Zellwände öffnen. Ziel sei ein besonders hoher Glutamatgehalt.

Industrielle Bearbeitung setzt Glutaminsäure frei

Viele Lebensmittel beinhalten von Natur aus Glutaminsäure. Sie wird geschmacksverstärkend wahrgenommen, allerdings nicht in einem solchen Ausmaß wie Natriumglutamat. Bei Hefezellen wird erst durch die industrielle Bearbeitung Glutaminsäure frei. «Das so entstandene Hefeextrakt ist mit industriellen Geschmacksverstärkern gleichzusetzen», sagt Ebrahimzadeh-Wetter.

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Quelle: dpa
(Bilder: dpa; Grüne Woche Berlin)