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Laktose-Grenzwert individuell ermitteln
Wer unter Laktoseintoleranz leidet, sollte seine Ernährung umstellen. © dpa

Laktoseintoleranz: Ernährungsumstellung in drei Phasen

Wer unter einer Laktoseintoleranz leidet, muss selten komplett auf alle Milchprodukte verzichten. Wie die Ernährungsumstellung gelingt.

Wer unter einer Laktoseintoleranz leidet, muss selten komplett auf alle laktosehaltigen Lebensmittel verzichten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt daher eine Ernährungsumstellung in drei Phasen. Trotz einer Laktoseintoleranz sei das Laktose (Milchzucker) spaltende Enzym Laktase meist noch ein bisschen aktiv, so dass der Betroffene Milch und Milchprodukte als Bestandteil einer Mahlzeit zusammen mit anderen Lebensmitteln durchaus verträgt, teilt die DGE mit. Allerdings empfiehlt es sich, individuell zu ermitteln, wie viel Laktose ein Betroffener verträgt. Um die persönliche Grenze auszuloten, ist eine Ernährungsumstellung in drei Phasen sinnvoll.

Was genau ist Laktoseintoleranz?

Zu den Problemen kommt es, weil im Körper eines Laktoseintoleranten das Enzym Laktase entweder fehlt oder nur eingeschränkt aktiv ist. Es spaltet normalerweise den Milchzucker im Dünndarm in verdauliche Bestandteile auf. Passiert das nicht, gelangt der Milchzucker unverändert in den Dickdarm und wird dort von Bakterien zu Milchsäure, Essigsäure und Kohlendioxid abgebaut. Schätzungsweise 15 bis 20 Prozent der Deutschen sind von einer Laktoseintoleranz betroffen.

Phase 1: Laktosehaltige Nahrungsmittel meiden

Dazu meiden Betroffene in den ersten zwei Wochen weitestgehend laktosehaltige Nahrungsmittel, rät die DGE in der Broschüre «Essen und Trinken bei Lactoseintoleranz». Grundsätzlich unproblematisch seien aber laktosefreie Milch und Milchprodukte sowie Hart- und Schnittkäse wie Gouda, Edamer und Tilsiter. Sie sind nahezu laktosefrei, weil der Milchzucker durch die Käsereifung abgebaut wird.

Phase 2: Vorsichtig wieder Milchprodukte essen

Sind die Laktoseintoleranz-typischen Beschwerden wie Durchfall, Blähungen, Magenkrämpfe und Bauchschmerzen abgeklungen, kommen Milch und Milchprodukte nach und nach wieder auf den Speiseplan. Die DGE rät, sie auf mehrere Portionen am Tag aufzuteilen und zusammen mit einer Mahlzeit zu verzehren. Gut verträglich seien häufig nicht wärmebehandelte Sauermilchprodukte wie Joghurt und Kefir sowie probiotische Produkte. Die darin vorhandenen Milchsäurebakterien bauen den hohen Laktosegehalt der Speisen weitgehend ab.

Pase 3: Beobachtungen auswerten, Speiseplan aufstellen

Aus dieser Testphase entwickeln Betroffene dann ihre dauerhafte Ernährung, die so zusammengesetzt sein sollte, dass sie nicht zu Beschwerden führt. In Absprache mit ihrem Arzt oder einer Ernährungsberatung können laktasehaltige Enzympräparate verwendet werden, wenn zum Beispiel bei einer Essenseinladung laktosehaltige Gerichte unvermeidlich sind.

Service:

Die 20-seitige Broschüre der DGE kann unter der Artikel-Nr. 123026 zum Preis von 1,00 Euro zuzüglich Versandkosten beim DGE-Medienservice bestellt werden - per Telefon: 0228/909 26 26, Fax: 0228/90 92 610 und per E-Mail unter info@dge-medienservice.de.

Quelle: dpa
(Bilder: Grüne Woche Berlin; dpa)