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Wer sich bei seinen Eltern als Vegetarier outen will, sollte dies in einer ruhigen Minute tun - und sich vorher auf das Gespräch vorbereiten. © dpa

Vegetarier sein: Welche Argumente Sie brauchen

Vegetarier müssen sich immer wieder für ihren Ernährungsstil rechtfertigen. Da kann man auch gleich in die Offensive gehen.

Wer kein Fleisch mehr essen will, hat dafür gute Gründe. So gute, dass Vegetarier in der Anfangszeit wahre Missionare sein können, die auch andere von dem Ernährungsstil überzeugen wollen. Erfolg hat man dann, wenn die Argumentation gut durchdacht und konsequent ist.

Fakten kennen und richtig zitieren

Vorab sollten sich Vegetarier klar machen, dass die Entscheidung, kein Fleisch zu essen, zuerst einmal nur die eigene Person betrifft. «Wichtig ist, die Fleischlosigkeit positiv vorzuleben und dabei vor allem konsequent zu sein», rät Sebastian Zösch vom Vegetarierbund Deutschland.

Wichtig ist, die Fakten zu kennen- und richtig zu zitieren. «Ich sollte schon gute Argumente an der Hand haben, warum ich persönlich auf Fleisch verzichten will,», so Zösch. Bedenken gegen Massentierhaltung, ein allgemein zu hoher Fleischkonsum in Deutschland oder die Welthungerthematik, könnten hier genannt werden.

Wie sagt man es Eltern, Freunden, Kollegen?

Jugendliche, die ihre Eltern davon überzeugen wollen, dass fleischlos essen «cool» ist, sollten dabei immer freundlich bleiben. «Der Frontalangriff gegen die Eltern sorgt meistens nur für noch mehr Unverständnis», sagt Zösch.

Die Eltern fühlten sich dann häufig in ihrem eigenen Essverhalten kritisiert. Am besten sei es, das Thema in einer ruhigen Minute und nicht direkt am Küchentisch anzusprechen. «Meistens ist die Mutter für dieses Thema empfänglicher als der Vater», meint Zösch.

Wenn die Eltern einwenden, fleischlose Ernährung führe zu Mangelernährung, sei es hilfreich, bereits Informationsmaterial zu diesem Thema gesammelt zu haben. Darin kann man dann gemeinsam mit den Eltern blättern. Manche Bedenken lassen sich so schon entkräften. Dem häufig befürchteten Eisenmangel könne zum Beispiel Trauben- oder Apfelsaft entgegenwirken.

Lieber freundlich statt zickig

Auch Freunde und Bekannte reagieren oft komisch, wenn man sich als Vegetarier outet. Hier laute die Devise ebenfalls: «Freundlich bleiben», so Zösch. Höflich vorgetragene Argumente bringen oft mehr als ein zickiges «Bäh - ich esse doch nichts, was Augen hat».

Hilfreich sei hier manchmal auch, prominente Vegetarier als Vorbild zu nennen: Einstein, Leonardo da Vinci, Tokio Hotel und Pamela Anderson waren oder sind bekennende Vegetarier.

Gastgeber nicht bloßstellen

Sehr aufmerksam sei es als Vegetarier, wenn man bei Geburtstagseinladungen oder anderen Feierlichkeiten vorher den Gastgeber über den eigenen Fleischverzicht informiert. «Dann kann dieser sich vorbereiten und ein fleischloses Gericht als Alternative anbieten», erklärt Zösch. «Sagt man erst beim Hauptgang, dass man kein Fleisch isst, fühlt sich der Gastgeber möglicherweise bloßgestellt.»

Quelle: kra/dpa
(Bilder: Grüne Woche Berlin; dpa)