Das Umweltinstitut München warnt vor Pilzen, die aus der Gegend von Tschernobyl stammen und durch Tricks in den deutschen Handel gelangen.
Das Umweltinstitut München hat bei einer Stichprobe im Münchner Handel radioaktiv belastete Pilze entdeckt. Diese stammen laut dem Institut aus den verseuchten Gebieten rund um Tschernobyl, wo vor 24 Jahren nach einem Unfall in einem Atomkraftwerk ganze Landstriche radioaktiv verseucht wurden.
Wie das Institut mitteilte, konnte es bei Pfifferlingen 1000 Becquerel Cäsium-137 pro Kilogramm nachweisen. Der EU-Grenzwert liegt bei 600 Becquerel. «Der Anstieg der Cäsium-Belastung bei osteuropäischen Pfifferlingen in den letzten Jahren ist auffallend», sagte Karin Wurzbacher, Physikerin am Umweltinstitut München. Vorstand Christina Hacker befürchtet, dass verseuchte Pilze europaweit im Umlauf sind.
Laut dem Institut werden Pilze aus den seit Tschernobyl verseuchten Regionen in Weißrussland, Russland oder der Ukraine in unverdächtige osteuropäische Länder wie Litauen transportiert. Mit der neuen Herkunftsbezeichnung gelangen sie in den Handel. Zudem sollen Pilze aus kontaminierten sowie aus geringer belasteten Gebieten gemischt worden sein.
Cäsium 137 machte im Frühjahr 1986 nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl zweifelhafte Karriere. Damals geriet der radioaktive Stoff in größeren Mengen in die Umwelt.
Natürliches Cäsium ist ein goldglänzendes, sehr weiches Metall mit der Atommasse 133. Sein radioaktiver Verwandter Cäsium 137 entsteht als Spaltprodukt in Atomkraftwerken. Es kann über die Abluft oder das Abwasser aus den Anlagen gelangen und wird dann direkt oder über die Wurzeln von den grünen Teilen der Pflanzen aufgenommen.
So kommt es auch in Milch, Fleisch und Fisch. Höhere Konzentrationen können Muskelgewebe und Nieren des Menschen schädigen. Cäsium 137 zerfällt mit einer Halbwertszeit von 30 Jahren - das ist die Zeitspanne, die vergeht, bis die Hälfte der Radioaktivität abgebaut ist.
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