Eistee soll erfrischen, doch die fertigen Eistees in den Supermarkt-Regalen machen vor allem dick: Öko-Test fand erschreckend hohe Zuckermengen in den Getränken.
Eistee ist in den USA ein traditionelles Sommergetränk und wird sowohl in nahezu jedem Restaurant und Café als auch als fertiges Getränk in Supermärkten angeboten. Hierzulande hat sich Eistee in der Gastronomie noch nicht durchgesetzt, gehört aber mittlerweile zum Standard-Angebot im Getränkeregal der Discounter und Lebensmittelanbieter.
Als fertige Mischungen werden verschiedene Geschmacksrichtigen angeboten, so gibt es -oftmals in 1,5 Liter Flaschen oder Kartons - neben Zitronen- und Pfirsich-Eistee die Geschmacksrichtungen Mango, Kaktusfeige und Mandarine, zudem auch Eistees aus Grüntee, Rooibos oder Früchtetee.
Allerdings haben diese Teemischungen nur noch wenig mit der klassischen Eistee-Rezeptur aus abgekühltem Tee, Zitronensaft, etwas Zucker und Eiswürfeln zu tun. Bei den meisten fertigen Eistee-Produkten handelt es sich um Zuckerwasser, dem mit Aromen Geschmack verliehen wird. Das stellt das Frankfurter Verbrauchermagazin Öko-Test fest, nachdem es 26 fertig gemischte Eistee-Getränke im Labor untersucht hat.
Ergebnis: Vor allem Teemischungen mit Pfirsich- und Zitronengeschmack sind extrem zuckerhaltig. Als Vergleichsgrundlage diente eine Apfelschorle aus 60 Prozent Mineralwasser und etwa 40 Prozent Saft. Sie enthält knapp 47 Gramm Zucker pro Liter.
Gerade einmal 5 der 26 getesteten Produkte lagen mit ihrem Zuckergehalt darunter. Süßer Spitzenreiter war ein Pfirsicheistee mit mehr als 83 Gramm Zucker pro Liter - das entspricht fast 28 Stück Würfelzucker. "Bis zu 28 Würfelzucker pro Liter - das ist eindeutig zu viel", kritisiert Öko-Test Chefredakteur Jürgen Stellpflug.
Dafür geizen die Hersteller mit Früchten. So findet sich in Produkten, die auf der Verpackung mit Zitronen oder Pfirsichen werben, bestenfalls 1 bis 3 Prozent Saft. Vier Produkte enthalten sogar überhaupt keine Fruchtanteile. Der Fruchtgeschmack stammt allein aus Aromastoffen.
Zumindest die Auswertung der Schadstoffuntersuchung ist erfreulicher. Die Labors fanden bedenkliche Schwermetalle wie Uran nur in Spuren. Im Rauch Ice Tea Peach steckt jedoch eine erhöhte Menge Nickel, das bei empfindlichen Menschen Allergien auslösen kann. Mehr dazu plus die ausführlichen Untersuchungsergebnisse findet man in der August-Ausgabe des Öko-Test Magazins.
Wer weniger süßen Eistee trinken will, macht ihn am besten selbst . Für Kinder-Eistee eignen sich Kräuter- und Früchtetees, die mit Fruchtsaft vermischt werden. Die darin enthaltene Süße reiche völlig. Um das Aroma zu erhalten, empfiehlt es sich, den heißen Tee auf Eis schockartig herunterzukühlen.
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