BerlinOnline.de

Johannisbeeren
Greenpeace warnt vor einer Gesundheitsgefährdung durch die Mehrfachbelastung mit Pestiziden. © dpa

Johannisbeeren voller Pestizide auch in Berliner Supermärkten

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace warnt vor Johannisbeeren, die mit Pestiziden belastet sind, manche sogar mit illegalen Spritzmitteln.

Zum dritten Mal hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace Johannisbeeren und Himbeeren aus deutschen Supermärkten auf Pestizide und Agrargifte untersucht. Ergebnis der Laboranalysen: Keine Probe der Beeren überschritt die gesetzlich zugelassene Höchstgrenze an Rückständen chemischer Gifte.

Aber: Alle konventionellen Johannisbeeren enthielten einen regelrechten Gift-Cocktail, zweimal wurden sogar die in Deutschland verbotenen Pestizide Dodin und Difenoconazol gefunden.

Johannisbeeren aus konventionellem, deutschen Anbau

Greenpeace-Mitarbeiter hatten Anfang Juli in Berlin, Dresden, Frankfurt, Hamburg, Friedrichshafen, Karlsruhe und Weingarten in Supermärkten frische Johannisbeeren gekauft. Alle konventionellen Johannisbeeren stammten aus deutschem Obstanbau, überwiegend aus Baden-Württemberg. Anbieter waren Aldi-Süd, Edeka, Metro/Real und REWE/Penny.

Bis zu neun Pestizide in einer Johannisbeere

"In jeder untersuchten Johannisbeere stecken im Schnitt sechs Pestizide", sagt Greenpeace-Chemieexperte Manfred Santen. Manche Beeren enthalten bis zu neun verschiedene Spritzmittel. Einige der nachgewiesenen Substanzen könnten nervengiftig oder krebserregend wirken, sowie den Hormonhaushalt und die Fortpflanzung beeinträchtigen.

Obgleich bei einzelnen Spritzmitteln Grenzwerte nicht überschritten wurden, sieht die Umweltorganisation in der Mehrfachbelastung eine Gesundheitsgefährdung: "Die Summe macht's". In zwei Fällen wurde sogar der Summenwert für die Ausschöpfung der EU-Höchstgehalte überschritten: Eine Probe wurde bei Aldi-Süd in Karlsruhe und eine bei Tengelmann in Berlin gekauft.

Verbotene Pestizide gefunden

Zudem enthielten Johannisbeeren von Edeka das Spritzmittel Difenoconazol, die von Tengelmann Dodin. Das sind illegale Agrargifte, die keine EU-Zulassung haben. Greenpeace hat die Fälle bei den zuständigen Lebensmittelüberwachungsämtern angezeigt.

Bio-Produkte waren ohne Rückstände

Die Bio-Proben werden deutlich besser beurteilt als konventionelle Proben: alle vier getesteten Proben (zwei Proben Himbeeren und zwei Proben Johannisbeeren) waren frei von Rückständen.

Angesichts der Pestizidfunde fordert Greenpeace Grenzwerte für Mehrfachrückstände festzulegen, um Verbraucher und Umwelt besser zu schützen.

Quelle: kra/Berlinonline/greenpeace/dpa
(Bilder: Grüne Woche Berlin; dpa)