Bio-Lebensmittel schmecken laut Stiftung Warentest nicht grundsätzlich besser. Sie sind aber gesünder.
In den vergangenen acht Jahren hat Stiftung Warentest über 1200 Lebensmittel aus biologischem und konventionellem Anbau sowohl geschmacklich bewerten als auch auf Schadstoffe untersuchen lassen. Fazit nach den rund 85 Tests: Der Geschmack der Bio-Lebensmittel war meist nicht besser als der konventioneller Lebensmittel. Dafür enthielt Biokost aber nur selten Pestizide und die Hersteller engagierten sich stärker für die Umwelt oder soziale Projekte. Allerdings waren die Bio-Produkte im Schnitt 30 bis 50 Prozent teurer.
Die Warentester untersuchten insgesamt 249 biologische und 1007 konventionelle Lebensmittel unter anderem auf Schadstoffe, Keime, Geruch, Geschmack, aber auch auf die Nachhaltigkeit der Produktion. In ausgewogenem Maße erhielten sowohl herkömmliche als auch Biolebensmittel die Qualitätssiegel «sehr gut» bis «mangelhaft».
In Bezug auf Schadstoffe schneiden die Bio-Produkte deutlich besser ab. Bei Bio-Obst, - Gemüse und -Tee wurden in 75 Prozent der Produkte seit 2002 keine Pestizide mehr gefunden. So sauber waren nur 16 Prozent der herkömmlichen Waren. In einigen Bereichen glänzte Bio eindeutig: Den Stempel «Gut» erhielten sechs von sieben getesteten Bio- Vollmilchsorten, aber nur knapp die Hälfte der herkömmlichen Frischmilch-Anbieter. Auch die Bio-Würzöle, mit denen beispielsweise Salate verfeinert werden, schnitten im Gegensatz zur Konkurrenz durchweg «gut» ab.
Doch nicht überall überzeugte Bio mit Qualität: So waren zwar die 13 getesteten Babymenüs allesamt keimfrei, enthielten aber nicht genug Vitamin C und Fett. Gleich sieben Rapsöl-Sorten fielen in der Wertung durch, weil sie vom Geschmack her «mangelhaft» waren.
Auch wenn die Bilanz insgesamt ernüchternd ausfiel, deutete sich für die Warentester immerhin kaum Zweifel daran an, dass dort, wo Bio draufsteht, auch drin ist, was das Ökosiegel vorschreibt: In keinem Bioprodukt wurden chemische Pflanzenschutzmittel nachgewiesen. Laborprüfungen zufolge wurden die Kühe ökogerecht mit viel Gras gefüttert und das Räucherlachsfleisch nicht rosa nachgefärbt.
Auch können sich Käufer zumeist darauf verlassen, dass der Bio- Aufpreis einen guten Zweck erfüllt: Die Warentests ergaben, dass Bioanbieter soziale und ökonomische Verantwortung übernehmen. So zeigten sich beispielsweise sechs von sieben Biokaffee-Anbietern «engagiert» bis «stark engagiert» und gaben den Preisaufschlag an die Kaffeepflücker weiter.
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