Wer einen Wellness-Urlaub plant, will natürlich Qualität. Gütesiegel können eine Hilfe sein- wenn man sie richtig versteht.
Ob Thalasso, Fango oder Yoga: Wellness-Angebote gibt es zuhauf. Hunderte Hotels locken mit diversen Gütesiegeln. So mancher Urlauber gerät dadurch schon bei der Planung unter Stress. Grundsätzlich können Wellness-Siegel den Reisenden Orientierung bieten, erläutert die Gesundheitstourismus-Expertin Monika Rulle von der Universität Greifswald. «Aber das Wesentliche an einem Siegel ist nicht das Siegel selbst, sondern der ganze Prozess davor.»
So müssten die Hotels, die das Zertifikat eines Wellness- oder Hotel-Verbandes erwerben wollen, hausintern viele Vorbereitungen treffen. Auch die Mitarbeiter würden entsprechend geschult. Ähnlich sei es bei den Angeboten der großen Reiseveranstalter, die laut Rulle eigene Qualitätskriterien anlegen. «Da ist man schon auf der sicheren Seite», sagt die Dozentin. Wichtig sei, sich von den vielen Siegeln nicht irritieren zu lassen. «Es gilt auch: Wer kein Siegel hat, ist nicht gleich schlecht.» Es gebe durchaus renommierte Häuser, die kein Zertifikat haben.
Vor dem Wellness-Trip überlegen Urlauber sich am besten genau, was sie sich davon versprechen. „Ich muss mich fragen: Will ich mehr Sport treiben? Oder mich lieber verwöhnen lassen?“ Rulle rät, das Angebot der Hotels aufmerksam zu lesen und daraus zu schließen, ob es zur eigenen Lebensweise passt. Biete ein Hotel beispielsweise ein umfassendes Programm für Kinder, richte es sich vermutlich eher an Familien.
Was die Kosten angeht, empfiehlt Rulle, allzu preiswerte Angebote kritisch zu betrachten. «Jede qualifizierte Leistung kostet nun mal gewisses Geld.» Alternativen gebe es trotzdem: Wer nicht zu viel ausgeben will, könne etwa auf Gruppenangebote achten, die meist wesentlich günstiger seien.
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