Brustimplantate aus Silikon sind in Verruf geraten. Welche Methoden es zur Brustvergrößerung sonst noch gibt- und welche Risiken sie bergen.
Zu Jahresbeginn 2012 hatten minderwertige Silikonimplantate einer französischen Firma für Aufsehen gesorgt. Daher werde jetzt sehr viel Augenmerk auf Alternativen zu Silikon gelegt, sagt Sven von Saldern, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) in Berlin.
Frauen, die sich den Busen vergrößern lassen, bekommen in der Regel ein Silikonkissen eingesetzt. Das Material macht immer noch 90 Prozent der verwendeten Brustimplantate aus. Die restlichen 10 Prozent verteilen sich vor allem auf Füllungen aus flüssiger Kochsalzlösung und Eigenfettbehandlungen.
Auch Implantate mit Kochsalzlösungen sind von einer Silikonhülle umgeben, die mit dem Körper Kontakt hat. Und da Wasser flüssiger ist als Silikon, kann es mit der Zeit aus dem Implantat ausgeschwitzt werden. Dadurch verlieren die Implantate nach und nach an Volumen. Frauen berichten laut der DGÄPC auch von merkwürdigen Geräuschen wie einem Gluckern, wenn sie auf das Implantat drücken.
Bislang keine Standardmethode in der plastischen Chirurgie ist die Eigenfettbehandlung. «Sie ist noch nicht so gut erforscht wie die Vergrößerung mit Implantaten», erläutert von Saldern. Bei der Behandlung werden Fettzellen an Körperstellen entnommen werden, wo sie stören, sich aber durch Abnehmen nicht wegbekommen lassen. Die Zellen spritzt der Arzt dann in den Busen. «Es wird sicher nicht alles anheilen, was wir einspritzen», schränkt von Saldern ein. Schätzungsweise 60 bis 70 Prozent der Fettzellen überstünden die Transplantation.
Zwei Sorgen gibt es dem Mediziner zufolge in Bezug auf das Verfahren. So seien dadurch Verdichtungen oder Verkalkungen in der Brust möglich, die eventuell bei der Brustkrebsdiagnostik stören. Allerdings gebe es noch nicht genug Studien zu diesem Thema. Und zumindest in Tierversuchen habe sich gezeigt, dass Stammzellen, die auch in dem verpflanzten Fettgewebe vorhanden sind, das Wachstum von Tumoren fördern können. Ob das auch beim Menschen so ist, werde unter Wissenschaftlern noch sehr diskutiert.
Ein weiteres, zeitweise angebotenes Verfahren, bei dem der Arzt Hyaluronsäure in den Busen spritzt, ist inzwischen nicht mehr verfügbar. Die Herstellerfirma hat laut von Saldern das Mittel zurückgezogen. Der Grund sei die Sorge, dass es eventuell bei der Diagnose von Brustkrebs zu einem falschen Röntgenbefund führen könnte.
Nicht bewährt haben sich nach Angaben von DGÄPC-Vorstandsmitglied Torsten Kantelhardt Implantate aus Soja- oder Rapsöl. Auch sie sind inzwischen vom Markt genommen. In Tierversuchen seien krebserregende Abbauprodukte bei der Zersetzung nicht ausgeschlossen worden.
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