Die Winterparfüms 2012/13 machen ihre Träger zum Anbeißen lecker: Frauen riechen nach Vanille und Früchten, Männer nach Zimt und Pfeffer.
Im Winter werden die Düfte der Parfums schwerer, dieses Jahr könnten sie dazu richtig Appetit auf den Träger machen. Cognac, Rum, Kakao beispielsweise gehören zu den Duftstoffen, die in diesem Herbst und Winter häufig für Männerparfüms verwendet werden, ebenso wie Pfeffer, Kümmel, Lorbeer, Kardamom, Zimt und Mandarine.
«Die Düfte werden im übertragenen Sinne essbar», sagt Elmar Keldenich, Geschäftsführer des Bundesverbands Parfümerien in Düsseldorf. Bei den Parfums für Frauen wird es rosiger, fruchtiger und sanfter. Sie sind zudem mit Vanille versetzt- einem wiederbelebten Klassiker. «Vanille ist in fast allen neuen Herbst- und Winterdüften für Damen enthalten», so Keldenich.
Etwa auch in Lancômes «La vie est belle» und Esprits «Simply You». Viele Duftdesigner kombinieren den Winterduft außerdem mit der Essenz sommerlicher Früchte- etwa von weißem Pfirsich. Neu finden sich Drachenfrucht und Ananas als Nuancen in Parfüms. Litschi nutzt Thomas Sabo im Frauenduft «Glam'n Soul».
Ein Revival erlebt die Rose. Vor allem in Kombination mit dem ätherischen Öl Patschuli, das ebenfalls lange Zeit als eher veraltet denn hip galt, ist Rose in vielen Parfüms zu finden. Sowohl Jil Sanders «Everose», Guerlains Kreation «La Petite Robe Noire» und Chanels «Coco Noir» beinhalten das traditionelle Duo.
Auch Prominente betätigen sich wieder als Parfümkreateure. In Heidi Klums neuem Duft «Shine Rose» treffen Passionsfrucht, Litschi und Waldbeeren auf Veilchen, Zedernholz und Vanille, Patschuli und Rose. Anders bei Schauspielerin Halle Berry: Ihr Duft «Closer» baut auf Veilchen- und Mimosen sowie auf das maskuline Fougère.
US-Sängerin Lady Gaga tanzt mit «Fame» wie gewohnt aus der Reihe: Nicht nur die enthaltenen Duftstoffe Safran, Aprikosennektar und arabische Orchidee, sondern auch das Äußere des Parfüms sind extravagant. In der Flasche sei das Parfüm schwarz und an der Luft wird es transparent, so der Hersteller.
Fußballstar David Beckham setzt bei seiner neuen Kreation «The Essence» auf winteruntypische Zutaten wie Grapefruit, Apfel, Ananas und Veilchenblätter. Lange Zeit war Rosenduft verpönt, nun ist er wieder da- auch in Herrendüften. Serge Lutens verarbeitet ihn in «Santal Majuscule».
Neu als Trendzutat ist Oudh, im Deutschen besser bekannt als Adlerholz. Das edle und seltene Räucherholz aus Asien fließe in dieser Saison häufig in Männerparfüms ein, sagt Keldenich. Oft wird es mit den scharfen Düften von Safran und Sandelholz oder mit typischen Winternoten wie Weihrauch, Eichenmoos und Kardamom angereichert.
Die wenigsten informieren sich beim Parfümkauf über die Duftstoffe. Es kommt auf die Nase an - und auf die des Partners. Denn gerade im Winter, wenn man sich viel im Haus aufhält, könne der Duft von anderen als penetrant wahrgenommen werden, warnt Keldenich. Und gerade der Liebste soll ja nicht verduften.
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