Harte Konturen sind out, Locken sind im Kommen, am besten in Rot: Die neuen Frisuren für den Winter 2012/13 sind weich und glamourös.
Die Frisurentrends für den Winter 2012/2013 setzen auf Locken, Undercuts und die Trendfarbe Rot. "Locken sind der Trend der kommenden Monate", sagt beispielsweise Nikolaos Perdikis, Friseur für Paul Mitchell aus Stuttgart. Glattes Haar wird mit Wicklern geformt und leicht welliges Haar mit dem Diffusor lockig geföhnt. «Auch die Dauerwelle kommt wieder ins Spiel», sagt Perdikis. Doch sie sieht heute anders aus, erläutert Franz-Josef Küveler, Kreativdirektor des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks in Köln. «Wir wollen weg von der Dauerwelle, vor der früher viele Kundinnen Angst hatten, weil sie nicht das gewünschte Ergebnis erzielte. Heute setzen wir deshalb auf die 'Permanent Curl'-Technik.»
Die Locken wirken dadurch natürlicher und sind größer. Das passt zu dem Retro-Trend auf dem Kopf: «Während im Frühjahr die Frisuren eher natürlich und schlicht waren, kehrt jetzt der Trend zu Glamour, Eleganz und Sinnlichkeit zurück - inspiriert von den Stilikonen der 1950er- und 1960er-Jahre, jedoch in einer leichteren, moderneren Version», erklärt Odile Gilbert, kreative Leiterin der L'Oréal-Kollektion «Retro Moderne». Die Vorbilder aus der Vergangenheit sind die Hollywoodikone Elizabeth Taylor und das Model Twiggy.
«Rottöne in diversen Violett-Abstufungen verleihen dem Styling von Elizabeth Taylor die gewünschte Sinnlichkeit», erläutert Gilbert. Auf viel Volumen im Haar komme es jedoch am meisten an. Das Gegenteil davon ist Twiggys Pixie-Frisur: Ein dezenter Kurzhaarschnitt. «Mit blonden Haaren sieht dieser Look extrem modern aus, und das leicht zerzauste Styling verleiht ihm Leichtigkeit und Frische», so die Stylistin. Verwendet werden verschiedene Nuancen, die das Licht reflektieren.
Die Friseure lassen sich auch von den Goldenen Zwanzigern inspirieren: Sie legen Wasserwellen. «Diese sind jetzt auch wieder auf den Laufstegen zu sehen», sagt Perdikis. Das nasse Haar wird mit Klammern in sanfte Wellen gelegt und trocknet so. Aber das ist schwierig - mit entsprechend gewölbten Ondulier-Eisen geht es einfacher. Wichtig sei, dass die Wellen alle in dieselbe Richtung zeigen, rät der Friseurmeister.
Mittellanges Haar schneiden die Trendmacher zum Bob. «Allerdings sollte er etwas länger und in sich gestuft sein», erklärt Friseurmeister Udo Walz aus Berlin. Sascha Beurer, Trendexperte für Wella, rät, für das Styling der an sich sehr pflegeleichten Frisur: «Nach dem Waschen etwas Schaumfestiger einkneten, trocken föhnen und dann die Haare partienweise mit einem großen Lockenstab nach innen aufdrehen.» Für mehr Volumen werde das Haar am Oberkopf entlang des Scheitels toupiert, rät Breuer.
Von einem Pony zum Bob rät Kreativdirektor Küveler jedoch ab: «Schließlich gilt die Regel: Je länger das Haar, desto freier sollte das Gesicht sein.» Wer einen Pony möchte, sollte sich eher für eine Kurzhaarfrisur entscheiden, findet er.
Während die Frisuren edel und opulent sind, sind die Farben gedeckter als im Frühjahr und Sommer, sagt Perdikis. Im Trend liegen ein kühles Blond sowie warme Rottöne wie Cognac. Walz rät zu Strähnchen in Farbabstufungen. «Victoria Beckham macht das mit ihrem schokobraunen Haar und den tabakfarbenen Strähnen vor.»
Flechtfrisuren werden weiterhin beliebt bleiben, vor allem die Gretchenfrisur. Lange Haare werden dafür zum Zopf geflochten, der im Kranz um den Kopf gesteckt wird. «Wem das zu aufwendig ist, kann auch einfach die Haare seitlich nach hinten flechten, zusammennehmen und dann zu einem Knoten drehen», erklärt Walz. Alternativen sind Fischgrätenzöpfe und der einfache Pferdeschwanz. Er werde am Kopf straff gebunden, nach unten falle das Haar lockig ab, so Walz. Im Trend liegen zudem Hochsteckfrisuren, für die das Haar toupiert wird. Der Nackenknoten Chignon wird laut Perdikis mit strassbesetzten Haarnadeln festgesteckt. «Werden bei dieser Frisur vorne noch ein paar Haare heraus gezupft und in leichte Wellen gelegt, ergibt sich ein romantischer Look», sagt der Friseurmeister.
Vorbilder suchen sich die Trendmacher auch für die männlichen Frisuren- aber nicht wie für die Frauen in der Vergangenheit. «Da darf ruhig bei unserer Nationalelf abgeschaut werden», sagt Walz. Er nennt vor allem den Stürmer und FC-Bayern-Star Mario Gomez. Er trage die Modefrisur: den Undercut mit kurz geschnittenen Seiten und längerem Deckhaar. Die Spitzen können laut Walz etwas aufgehellt werden. Ein weiterer Fußballer dient den Friseuren als Inspirationsquelle: «David Beckham ist immer ein Vorbild. Was er trägt, ist modern», sagt Walz. Fußballschauen ist im Winter für modebewusste Männer also Pflicht.
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