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Haare waschen
Nur nicht zu heiß waschen: Das trocknet die Kopfhaut aus und macht sie dadurch noch schuppiger. © dpa

Schuppen: Was gegen die Flöckchen aus den Haaren hilft

Schuppen auf dem Hemdkragen stören. Sie können auch Hinweis auf eine Krankheit sein.

Schuppen sind grundsätzlich etwas ganz Normales. Die Haut erneuert sich am gesamten Körper etwa alle vier Wochen - doch das ist meist nicht zu sehen, da diese Schuppen mikroskopisch klein sind. Fallen jedoch besonders viele oder größere Schuppen von der Kopfhaut, werden sie auch schnell sichtbar.

Nicht jeden Tag Haare waschen, nicht zu heiß föhnen

Manchmal beispielsweise verträgt die Kopfhaut das Haarshampoo nicht. Dann ist sie gereizt und schuppt stärker. Manchmal läuft auch der Hauterneuerungsprozess schneller ab als normalerweise. Dann werden mehr Hautzellen abgestoßen. Doch auch Hormonschwankungen in verschiedenen Phasen des Lebens können die Schuppenbildung forcieren.

Oder die Kopfhaut ist einfach zu trocken und schuppt dadurch leichter. Das kann durch zu starke Hitze passieren. Daher sollte man die Haare nicht zu heiß föhnen oder mit zu heißem Wasser waschen. Auch zu häufiges Haarewaschen kann die Kopfhaut so reizen, dass sie Schuppen bildet. Deswegen ist es besser, die Haare nicht jeden Tag zu waschen.

Hautpilz kann Ursache sein

Häufig ist allerdings ein Hautpilz Schuld an den Schuppen. Der Malassezia produziere zwar selber keine Schuppen, führe aber indirekt dazu, sagt der Dermatologe Andreas Finner aus Berlin. «Dieser Hefepilz ernährt sich von Fetten aus den Talgdrüsen der Kopfhaut», erklärt er. «Wenn die Talgdrüsen viel Talg produzieren, vermehrt sich der Pilz besonders gut.»

Das Problem: Bei der Aufspaltung der Fette setzt der Hautpilz Substanzen frei, die die Kopfhaut reizen - und wegen der sie verstärkt neue Zellen bildet. Das wiederum führt ebenfalls zu Schuppen.

Anti-Schuppen-Shampoos wirken meist gut

Die meisten Anti-Schuppen-Shampoos haben daher auch antibakterielle Inhaltsstoffe, die gegen diese Pilze helfen. «Diese Wirkstoffe - zum Beispiel Octopirox oder Zinkpyrithion - zeigen eine breite wachstumshemmende Wirkung gegen Pilze und Bakterien», erläutert Birgit Huber vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel. Diese Wirkstoffe seien klinisch und dermatologisch gut abgesichert.

Außerdem sind die Anti-Schuppen-Shampoos laut Mediziner Finner meist mit Mitteln versetzt, die die Schuppen aufweichen. «Allerdings unterscheiden sich die zahlreichen Shampoos in ihrer genauen Zusammensetzung.» Sie seien zwar in ihrer Wirksamkeit alle ähnlich gut, dennoch müsse man ausprobieren, welches Shampoo für einen selbst das Richtige sei. «Normalerweise bekommt man das Problem mit den handelsüblichen Anti-Schuppen-Shampoos gut in den Griff.»

Hauttest bei hartnäckigen Schuppen ratsam

Doch ewig lange mit verschiedensten Shampoos und Tinkturen herumprobieren sollte niemand. «Wenn sich das Problem nach etwa drei bis vier Wochen noch nicht deutlich verbessert hat, ist es ratsam, zu einem Arzt gehen», sagt Finner.

Denn möglicherweise lassen sich die Schuppen nicht in Selbsttherapie heilen. «Als Zusatzleistung kann ein Hautarzt in einem speziellen Test Kopfhautfeuchtigkeit und -öligkeit messen und die Kopfhautpräparate gezielt darauf abstimmen.» Die Kosten für den Test und eine Pflegeberatung von bis zu rund 70 Euro müssen Patienten allerdings meist selbst tragen.

Rötungen und Juckreiz sind Alarmsignale

Ein Hautarzt sollte bei Schuppen aber auch in einem anderen Fall sofort zurate gezogen werden: wenn außer den hellen Hautresten auch Rötungen und Juckreiz auftreten - oder die Haut im Gesicht oder auf anderen Körperteilen ebenfalls schuppt oder gerötet ist.

«Das kann ein Anzeichen für eine Schuppenflechte, eine Kontaktallergie oder eine Pilzerkrankung sein», sagt Finner. Dann helfen oft nur noch spezielle Medikamente.

Quelle: dpa
(Bilder: Grüne Woche Berlin; dpa)