Umfrage: Berliner spüren Auswirkungen der Finanzkrise
Die Finanzkrise ist bei den Berlinern noch nicht angekommen. 63 Prozent der Befragten einer repräsentativen Umfrage der Berliner Sparkasse geben an, keine Auswirkungen zu verspüren. Verluste bei Geldanlagen haben 15 Prozent erlitten, um die Sicherheit ihres Arbeitsplatzes fürchtet gut ein Zehntel der Berlinerinnen und Berliner.
Gegenüber dem Vorjahr hat sich die persönliche wirtschaftliche Situation für knapp ein Drittel verschlechtert. Gut die Hälfte gibt an, dass ihre Lage unverändert ist. Dennoch blicken die Berliner eher optimistisch in die Zukunft (40 Prozent).
Sicherheit ist für mehr als 90 Prozent der Befragten bei der Geldanlage unverändert am wichtigsten. Die beliebteste Sparform ist nach wie vor das Sparbuch, obwohl es weniger genutzt wird als noch im Vorjahr. 2008 hatte gut die Hälfte der Berliner angegeben, ein Sparbuch zu besitzen. Heute sind es noch 40 Prozent. „Auf der Suche nach Sicherheit und attraktiven Zinsen setzen die Berliner vermehrt auf Festgeld und Tagesgeld“, sagt Susanne Klein, Leiterin Privatkunden-Marketing bei der Berliner Sparkasse. Auf die veränderten Kundenwünsche hat die Berliner Sparkasse mit einer neuen Produktpalette reagiert: „Seit Anfang des Jahres bieten wir zum bereits etablierten Festzinssparen neue Produkte an: das Sparkassenbuch Gold als klassisches Sparkonto mit derzeit 2,25 Prozent Zinsen pro Jahr und das Tagesgeldkonto Direkt für Online-Nutzer mit aktuell 2,5 Prozent.“
Bei den Geldanlagen an zweiter Stelle liegt die Rentenversicherung (37 Prozent). Aktienfonds haben nur noch 16 Prozent der Berliner in ihrem Depot (2008: 21 Prozent).
Mehr als ein Drittel spart nicht
Besonders in Berlin immer wieder erschreckend hoch ist die Zahl der Nichtsparer. Tendenz steigend: Gut ein Drittel der Berliner legt gar nichts zur Seite. Das sind zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Mit 40 Prozent ist der Anteil der Nichtsparer unter den über 50-Jährigen besonders hoch. Immerhin wächst aber das Bewusstsein für das Thema: 61 Prozent der Befragten hatten das Gefühl, zu wenig zur Seite zu legen, elf Prozent haben mehr gespart als im Vorjahr.
Ungeplante Anschaffungen, die Absicherung in Notfällen sowie die Altersvorsorge sind wie im Vorjahr die häufigsten Sparziele. Für die 30 bis 49-Jährigen ist die Altersvorsorge das wichtigste Sparziel, während die jüngeren Berliner bis 29 Jahre insbesondere für ungeplante Anschaffungen Geld zur Seite legen.
Das unabhängige Meinungsforschungsinstitut info GmbH hatte im Februar und März 2009 1.000 Berliner befragt. Die ausführliche Auswertung kann unter presse@lbb.de angefordert werden.
Quelle: Berliner Sparkasse