Immer mehr Berliner sorgen nicht für das Alter vor

Dritte Umfrage der Berliner Sparkasse zur Altersvorsorge

Die Berliner kümmern sich immer weniger um ihre Altersvorsorge. 35 Prozent sparen monatlich nichts, das sind sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Auch die Sparquote fällt. Ein Drittel investiert monatlich eine Summe zwischen 25 und 100 Euro, etwa jeder vierte Berliner (26%) wendet monatlich mehr als 100 Euro auf (2008: 31%). Dies ergab eine repräsentative Umfrage der Berliner Sparkasse.

Hatten im vergangenen Jahr noch 84 Prozent der Befragten irgendeine Art der Altersvorsorge, so liegt der Anteil bei der aktuellen Umfrage um zehn Punkte niedriger. Einige Personengruppen sorgen besonders schlecht für den Ruhestand vor. Dazu zählen Berliner nichtdeutscher Staatsangehörigkeit. Hier gaben 55 Prozent geben an, nichts für das Alter zu sparen, gefolgt von Arbeitslosen (43%) und Frauen (40%). „Diese Ergebnisse sind alarmierend“, sagt Susanne Klein, Leiterin Privatkunden-Marketing der Berliner Sparkasse. „Gerade diesen Bevölkerungsgruppen droht die Altersarmut. Zusammen mit der staatlichen Förderung würden schon kleine Beträge ausreichen, um das Rentenniveau zu heben.“

Paradoxerweise meinten in diesem Jahr 56 Prozent der Befragten, dass sie völlig oder eher ausreichend vorsorgen, im vergangenen Jahr waren es nur 46 Prozent. Fast zwei Drittel der Berufstätigen fühlen sich ausreichend abgesichert. Nur 27 Prozent gaben an, sie würden eher nicht oder gar nicht ausreichend vorsorgen (2008: 38 %). Dieser Aussage stimmen besonders Arbeitslose (40%) und Berliner in der Ausbildung (43%) zu.

Bei der Art der Vorsorge bleibt die Reihenfolge der beliebtesten Produkte zwar gleich. Nach Lebensversicherung (38%) folgen betriebliche Altersvorsorge (31%), private Rentenversicherung (26%), Bausparen (25%), Riesterrente (24%) und Fondssparen (18%). Betriebliche Altersvorsorge, Lebensversicherung und Fondssparen haben gegenüber dem Vorjahr jedoch mit Abschlägen zwischen sechs und acht Prozent stark verloren. „Hier macht sich die Finanz- und Wirtschaftskrise bemerkbar“, meint Susanne Klein. „Während der Talfahrt an den Börsen haben sich viele Berliner aus risikoreichen Anlageformen zurückgezogen, zudem sparen Unternehmen an betrieblichen Zusatzleistungen.“

Einen Anreiz, mehr für die Altersvorsorge zu tun, sehen jeweils 40 Prozent der Befragten bei einer höheren staatlichen Förderung und bei einem weiter sinkenden Rentenniveau. 22 Prozent wünschen sich verständlichere Informationen zu den Vorsorgeprodukten, 23 Prozent transparentere Produkte, um mehr für das Alter vorzusorgen.

Das Meinungsforschungsinstitut info GmbH hatte im Auftrag der Berliner Sparkasse im August 1.004 Berliner befragt. Die ausführliche Auswertung kann unter presse@lbb.de angefordert werden.