Kreditkarten: Es gibt veschiedene Kartentypen

Nicht alle Karten sind gleich

Kreditkarten sind in den vergangenen Jahren als Zahlungsmittel immer beliebter geworden. Kundenfreundliche Modalitäten wie günstige Jahresgebühren, Bonusgutschriften bei größeren Einkäufen und die von manchen Direktbanken angebotene kostenlose Nutzung von Geldautomaten in ganz Europa haben dazu geführt, dass viele Verbraucher beim Bezahlen oder Geldabheben gerne zur Kreditkarte greifen.

Was indes trotz der weiten Verbreitung der Kreditkarte wenig bekannt ist, ist die Tatsache, dass die Abrechnung der Transaktionen je nach Kartentyp auf ganz unterschiedliche Weise erfolgen kann. Eine Variante, die man besonders häufig im Bereich der kostenlosen oder preisgünstigen Kreditkarten findet, ist die so genannte „Debit Card“. Hier wird jeder Karteneinsatz separat und direkt in Rechnung gestellt und vom Girokonto abgebucht. Wer beispielsweise in einer Woche fünf Einkäufe mit der Kreditkarte bezahlt, sieht als Inhaber einer „Debit Card“ fünf Einzelabrechnungen auf dem Kontoauszug des Girokontos.

Bei der „Credit Card“ werden die Transaktionen hingegen bis zum Monatsende gesammelt und in einem einzigen Sammelposten vom Girokonto eingezogen. Zur Kontrolle erhält der Karteninhaber entweder online oder per Post eine Aufstellung der einzelnen Transaktionen. Hat der Kunde überdies noch die Möglichkeit, die Monatsabrechnung bei Bedarf in mehreren Raten begleichen zu können, hat die Karte im Gegensatz zu den beiden anderen Varianten noch eine Dispokreditfunktion eingebaut und wird im Fachjargon als „Revolving Credit Card“ bezeichnet.

Welcher Kartentyp am besten geeignet ist, hängt von den Vorstellungen des Nutzers in Bezug auf Jahresgebühren und Abrechnungsweise ab. Wer eine möglichst kostengünstige Karte sucht und auf die Sammelabrechnung verzichtet, wählt in der Regel eine preiswerte oder gar gebührenfreie „Debit Card“. Bei den Nutzungsmöglichkeiten für Einkauf und Bargeldbeschaffung sind mit dieser Variante im Vergleich zur „Credit Card“ keine Einschränkungen verbunden.

Ob eine Ratenzahlungsfunktion in Verbindung mit einer Kreditkarte sinnvoll ist, hängt in erster Linie vom Zinssatz ab, den die herausgebende Bank oder Kartengesellschaft für den Kredit verlangt. Während bei preisgünstigen Anbietern der Kartenzins niedriger ist als der durchschnittliche Dispokreditzins von Girokonten, verlangen teure Herausgeber 15 Prozent Zins für den Kartenkredit. Eine eher exotische Variante ist die sogenannte Prepaid Kreditkarte, die vor dem Einsatz erst durch eine Einzahlung auf das Kartenkonto aufgeladen werden muss. Ist das Guthaben aufgebraucht, wird die Karte so lange gesperrt, bis wieder neues Geld eingetroffen ist. Häufig ist die Einzahlungssumme limitiert, und im Vergleich zu anderen Kartentypen sind Prepaid-Varianten oft mit höheren Gebühren verbunden. Für die typischen Einsatzgebiete wie etwa Zahlung und Bargeldbeschaffung auf Auslandsreisen ist diese Variante daher nur bedingt empfehlenswert.

Quelle: DIBA Finanzwissen kompakt