Für Bequeme: Lebenszyklusfonds

Ob für die neue Einbauküche, ein Auslandschuljahr der Kinder, das nächste Auto oder für den Ruhestand – viele Bankkunden sparen monatlich für ein ganz bestimmtes Ziel.

Wer dabei auf Investmentfonds setzt, muss seine Anlage aber auch managen. Zu selten einen Blick ins Depot zu werfen und das eigene Investment einfach laufen zu lassen, das kann gefährlich sein. Wer zum Beispiel kurz vor Rentenbeginn nur Aktienfonds hat, wird einen plötzlichen Kursrutsch an der Börse nicht mehr ausgleichen können.

Und umgekehrt tun sich Anleger, die vielleicht in 18 Jahren das Studium eines Kindes finanzieren wollen, keinen Gefallen, wenn sie auf das höhere Renditepotenzial von Aktienfonds verzichten. Eine bequeme Lösung für dieses Problem sind Lebenszyklusfonds, auch Zielsparfonds oder Life Cycle Fonds genannt. Sie sind eine interessante Alternative für Sparer, die möglichst nichts selbst tun wollen. Derzeit kommen immer mehr Lebenszyklusfonds auf den Markt, auch wegen der Abgeltungssteuer.

Was Anleger beim Kauf der Produkte beachten sollten – die wichtigsten Tipps im Überblick.

Der Aufbau: Life Cycle Fonds sind so ähnlich wie Mischfonds, sie bieten alles aus einer Hand. Die Fondsmanager investieren das Kapital der Bankkunden in Aktien, Anleihen oder auch am Geldmarkt, also in kurzfristig verfügbare Anlagen

Clou dabei: Sie versuchen, für jede Phase im Lebenszyklus einen passenden Vermögensmix zu finden. Dabei halten sie sich an die Faustregel: Je näher der Auszahlzeitpunkt rückt, desto weniger wird in Aktien investiert und desto mehr rückt die Sicherung des angesammelten Kapitals in den Vordergrund. Die Anleger, die sich mit solchen Entscheidungen womöglich überfordert fühlen, müssen sich um nichts kümmern.

Die Laufzeit: Eine Jahreszahl im Namen weist meist auf das Zieldatum des jeweiligen Fonds hin. Beispiel: Bei der amerikanischen Fondsgesellschaft Fidelity, einer der Vorreiter auf dem deutschen Markt, gibt es Fonds mit Laufzeitenden zwischen 2010 und 2040. Häufig werden die Zielsparfonds im Fünf-Jahres- Rhythmus aufgelegt, die Anleger können sich also überlegen, ob sie für eine bestimmte Anschaffung etwa im Jahr 2015, 2020 oder 2025 sparen wollen.

Die Varianten: Die meisten Anbieter haben Lebenszyklusfonds als Dachfonds konstruiert. Sie investieren also in andere Fonds, meist aus dem eigenen Haus. Es gibt aber auch Gesellschaften wie Fidelity, die das Geld der Anleger direkt in Aktien oder Anleihen stecken. Wie das Portfolio gestrickt ist, hängt immer von den hauseigenen Auswahlprozessen ab, die ja von der Einschätzung der Finanzmärkte abhängen und somit sehr unterschiedlich sein können.

Die Flexibilität: Wer einen Dauerauftrag einrichtet und regelmäßig Geld in einen Zielsparfonds steckt, kann diesen jederzeit kündigen. Die Anleger können auch jederzeit ihre Fondsanteile verkaufen. Vorteil: Wenn sich die eigene Lebensplanung ändert, bleiben sie flexibel. Dafür gibt es aber keine Kapitalgarantie. Erfolgt der vorzeitige Verkauf zum Beispiel während einer Talfahrt an der Börse, kann dies zu erheblichen Verlusten führen. Je länger gespart wird, desto wahrscheinlicher ist umgekehrt, dass die Kunden am Ende der Laufzeit einen ordentlichen Gewinn kassieren können.

Die Anbieter: Neben Fidelity bieten inzwischen auch die Finanzriesen ABN Amro und Allianz sowie die Fondsgesellschaften DWS, Deka und Invesco Lebenszyklusfonds an. Unterschiedlich sind dabei nicht zuletzt auch die Aktienquoten. Steht die Auszahlung 2015 an, haben manche Anbieter noch Aktienquoten von mehr als 50 Prozent, andere liegen darunter. Eher offensiv ausgerichtet sind die Produkte von Deka, Fidelity und Allianz-dit.

Die Gebühren: Die Ausgabeaufschläge bewegen sich meist zwischen 3,5 und 4,0 Prozent. Sie liegen damit zwischen den Kaufgebühren von Aktien- und Rentenfonds. Wer die Fonds bei Direktbanken oder Fondsplattformen erwirbt, muss jedoch deutlich weniger zahlen. Die Verwaltungsgebühren hängen in der Regel vom Aktienanteil ab. Bei hohen Aktienquoten können sie 1,5 Prozent betragen, mit einem niedrigeren Aktienanteil am Ende der Laufzeit können sie auf unter 1,0 Prozent sinken.

Die Wertentwicklung: Hier zeigt sich, dass es sich durchaus lohnt, die Papiere zu vergleichen. Der Deka-Zielfonds 2025 legte 2007 zum Beispiel 2,4 Prozent zu, ein Jahr zuvor betrug das Plus 10,6 Prozent. Besser präsentierte sich der Fidelity Target Fund 2025: Er verbesserte sich 2007 um 3,9 und 2006 um 12,0 Prozent. Die Fonds warfen damit deutlich weniger ab als der Deutsche Aktienindex (Dax), bewegten sich aber in etwa auf dem Niveau des weltweiten Index MSCI World. Der Vergleich hinkt allerdings, da es sich ja nicht um reine Aktienfonds handelt.

Die Steuer: Die Anbieter werben derzeit verstärkt für Lebenszyklusfonds wegen der Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent, die von 2009 an auf Einkünfte aus Kapitalvermögen fällig ist. Schließlich bleiben Kursgewinne und Erträge aus Einzahlungen, die noch in diesem Jahr erfolgen, nach einer Haltefrist von einem Jahr von der Abgeltungssteuer befreit. Hinzu kommt: Fondsanleger, die ihr Depot selbst managen und umschichten, müssen den Gewinn ab dem nächsten Jahr jedes Mal mit 25 Prozent versteuern.

Die Manager eines Lebenszyklusfonds können dagegen das Portfolio umbauen, ohne dass deshalb die neue Pauschalsteuer fällig wird. Sie können also stets mit dem vollen Kapital weiterarbeiten – und der Kunde vom Zinseszinseffekt profitieren. Erst wenn der Anleger den Zielsparfonds verkauft, schlägt der Fiskus zu, zumindest bei den Anteilen, die nach 2008 ins Depot gekommen sind. Steuerliche Gründe sollten aber nie der alleinige Grund für eine Anlage sein.

Die Entscheidung: Sparer, die von den Vorteilen des Lebenszyklusfonds überzeugt sind, sollten damit rechnen, dass ihnen so mancher Finanz- und Bankberater diesen Fonds gar nicht so gerne verkauft. Der Grund: Sie verdienen mehr, wenn der Kunde häufig das Produkt wechselt. Genau dies sollte bei den Zielsparfonds aber nicht der Fall sein.

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