Wer sein Geld in festverzinsliche Wertpapiere steckt und sich langfristig bindet, wird dafür normalerweise belohnt: Bankkunden, die in Anleihen mit einer Laufzeit von vier, fünf oder mehr Jahren investieren, erhalten in der Regel höhere Zinsen als Bankkunden, die sich für ein- bis dreijährige festverzinsliche Anlagen entscheiden.
Doch derzeit sind die Gesetze des Kapitalmarkts auf den Kopf gestellt: Festgeld mit einer Laufzeit von ein oder zwei Jahren wirft deutlich mehr ab als mittel- oder langfristige Anleihen. Und das sollten clevere Sparer ausnutzen.
Mitte Februar brachten Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren eine Rendite von knapp vier Prozent. Für Termingeld (Festgeld), bei dem der Bankkunde sein Erspartes zwölf Monate festlegt, zahlten deutsche Institute mit hundertprozentiger Einlagensicherung und Top-Konditionen
dagegen 4,0 bis 4,5 Prozent. Je nach Anlagebetrag und Zinshöhe bringt dies für ein Jahr einen Zusatzgewinn von mehreren Hundert Euro. Hinzu kommt ein weiterer Vorteil: Beim Kauf einer an der Börse notierten Bundesanleihe werden Gebühren von meist 0,5 Prozent der Kaufsumme fällig. Außerdem fallen bei vielen Banken Depotgebühren an, die an der Rendite zehren.
Anders beim Festgeld: Der Kunde hat keine Kosten, die seinen Ertrag vermindern. Im Vergleich zu mittelfristigen Papieren schneidet einjähriges Festgeld sogar noch besser ab: Bundesobligationen mit einer Laufzeit von fünf Jahren erzielten Mitte Februar eine Rendite von etwa 3,50 Prozent,
also noch weniger als zehnjährige Bundesanleihen. Hauptgrund für die ungewöhnliche Entwicklung der Zinsen ist die Finanzkrise: Die Banken sind beim kurzfristigen Geldverleih untereinander
äußerst vorsichtig geworden.
Das treibt den Preis für das Geld nach oben – wovon die Sparer in Form von höheren Festgeldzinsen profitieren. Anleger sollten die Angebote jedoch genau vergleichen: Wer dem Staat Geld lieh
und einjährige Finanzierungsschätze kaufte, kam Mitte Februar nur auf eine Rendite von 3,50 Prozent. Da sind die Angebote von Banken mit einjährigen Festgeldern zu vier Prozent Zinsen oder mehr weitaus attraktiver.
Bankkunden, die sich deshalb dafür entscheiden, sollte aber ein möglicher Nachteil bewusst sein: Bei den Bundesanleihen sind die Zinsen für mehrere Jahre bis zum Ende der Laufzeit sicher. Bei Termingeld sind die Zinsen auch sicher, aber eben nur für zum Beispiel ein Jahr. Bei der Wiederanlage des Geldes könnte es dann mehr, vielleicht aber auch weniger
Zinsen geben
Quelle: Diba Pressestelle