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Banken kassieren hohe Dispozinsen
Banken können sich Geld quasi zum Nulltarif leihen, für ihre Kunden sehen die Bedingungen viel schlechter aus: Die Dispozinsen sind auf einem sehr hohen Niveau. © dpa

Dispozinsen: Kontowechsel kann sich lohnen-oder nicht

Bei hohen Dispozinsen kann sich ein Kontowechsel bezahlt machen- oder die Ersparnis wird durch andere Gebühren aufgefressen.

Die Zinsen für das Überziehen des Girokontos müssen nach Ansicht von Verbraucherschützern rasch deutlich sinken. «Die Dispozinsen in Deutschland sind immer noch viel zu hoch», sagt Stephanie Pallasch, Bankexpertin der Stiftung Warentest. Derzeit müssen Kunden nach ihren Angaben durchschnittlich zwischen 10 und 11 Prozent bezahlen. «Es gibt einige Direktbanken, die sich mit 6 bis 7 Prozent zufriedengeben. Bei dem aktuellen Zinsniveau sollte der Satz aber bei deutlich unter 10 Prozent liegen.» Gerade Kunden in ländlichen Regionen hätten aufgrund der Monopolstellung der Bank vor Ort häufig keine andere Wahl, als ungünstige Bedingungen hinzunehmen.

Durchschnittlicher Dispozins liegt bei 11 Prozent

«Der durchschnittliche Satz liegt derzeit bei etwa 11 Prozent», sagt auch Max Herbst von der FMH Finanzberatung in Frankfurt am Main. Doch Kunden müssen sich damit nicht abfinden- mit einem Kontowechsel können sie diese Belastung deutlich reduzieren. Laut FMH gibt es Institute, die für einen Dispokredit deutlich unter 10 Prozent Zinsen verlangen.

Vor Kontowechsel die Prioritäten überprüfen

Vor einem Wechsel sollten Kunden aber ihre eigenen Prioritäten prüfen, empfiehlt Herbst. «Bei reinen Onlinekonten sind die Dispozinsen oft niedriger», erklärt der Zinsexperte. Allerdings müssten Kunden in diesem Fall auch bereit sein, ihre Geldgeschäfte hauptsächlich über das Internet zu erledigen.

Auch die Frage, wie häufig Kunden Geldautomaten nutzen, spiele eine Rolle. «Wenn ich oft zum Automaten gehe, meine neue Bank aber kaum Geräte hat, muss ich unter Umständen viel Gebühren zahlen.» Das könne Einsparungen bei den Dispozinsen wieder auffressen.

Onlinekonten mit niedrigerem Dispozins

Laut FMH müssen Kunden bei Onlinekonten derzeit zwischen 5,5 Prozent und 10,12 Prozent Zinsen für ihren Überziehungskredit bezahlen. Bei Konten, die in einer Bankfiliale geführt werden, liegt die Spanne zwischen 7,60 Prozent und 13,25 Prozent.

Quelle: dpa
(Bilder: dpa)