KitKat-Club
Jeder hat es schon mal gehört, viele waren schon drin, einige warten Samstag für Samstag vergebens auf den Einlass. Rein kommt hier längst nicht jeder. Das Kit-Kat oder Kitty wie es in der Szene genannt wird, ist der wohl angesagteste Club in der Stadt.
Eigentlich ist der Kit-Kat-Club nur eine Diskothek in einer ehemaligen Fabrikhalle, doch der Mythos Kit-Kat macht ihm zu dem was er ist.
Seit 1994 gibt es Kit-Kat. Zunächst als Party, die jeden Dienstag stattfand, später dann als feste Größe in der Glogauer Straße (dem späteren XS-Club). Irgendwann reichte der Platz nicht mehr aus und für Thour gab es ein neues Betätigungsfeld. Pornofilme. 6 Jahre Kit-Kat waren genug. Thour verkaufte den Club in der Glogauer Straße.
Aber nur wenig später zog das Kit-Kat in das Metropol, wo es 13 Monate existierte, bevor der Club seinen derzeit entgültigen Platz im Tempelhofer Industriegebiet, in der Bessemer Straße fand.
Nur am Wochenende öffenen sich hier die Türen für die Stammgäste und Auserwählten. Längst nicht jeder, der hier rein will kommt hier rein. Die Tür am Kit-Kat ist die härteste in der Szene. Wer hier reinkkommt entscheidet Kirsten. Lederklamotten allein reichen nicht, man sollte schon irgendwie dazugehören und etwas Zeit mitbringen.
Etwa 3000 Gäste (davon viele Stammgäste) kommen durchschnittlich übers Wochenende ins Kitty. Von 18-80, vom Hartz-4-geplagten, über Krankenschwestern, Managern, Rechtsanwälten, Schwulen, Lesben, Lackfetischisten, Pornostars und Promis finden sich hier ein. Nicht um gesehen zu werden, sondern um Spaß zu haben, bei römischen Orgien der Neuzeit. Frei Nach dem Motto von Friedrich Zwo, kann hier jeder nach seiner Fasson glücklich werden.
Was auffällt, dass hier niemand auffällt. Alles ist hier normal, außer dem Normalen. Da tanzen zwei Gays in Lack neben einigen nackten Frauen, ein Technofan, nur mit einem Kopftuch bekleidet bewegt sich zu Musik und in den Sitzgruppen treibt es ein Pärchen wild. Alles ist völlig normal. Die Idendität wird an der Garderobe gelassen.
Das Kit-Kat wurde oft kopiert, aber nie erreicht. Denn der Mythos Kit-Kat ist das was den Club zum Kitty macht. Kein Stress und keine Gewalt. Auffällig viel Wasser wird hier getrunken. Kaum Bier, keine harten Alkoholika. Die Musik ist hier die Droge ;-) und die ist hier so einzigartig wie der Club.
Und wer Stress macht oder gar negativ auffällt, der darf sich das Kit-Kat von außen betrachten und die Musik als Zaungast genießen (draußen gibt es aber keine Getränke und der Sound ist grottig).
Anders als die Love Parade wurde der Kit-Kat-Club nicht kommerziell ausgeschlachtet. 7 € Eintritt und die Getränke wie am Imbißstand. Die Mischung machst daher. Ein Stück Ibiza in Berlin.
Mehr erotische Reportagen gibt es unter BERLINintim.de.
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