BerlinOnline.de

Perspektive entscheidet über die Wirkung des Fotos

Montag, 24. August 2009 15:13 Uhr

Entscheidend für die Wirkung eines Fotos ist die Perspektive. Die landläufige Ansicht, die Brennweite habe einen Einfluss auf die Perspektive, sei dagegen ein weit verbreiteter Irrtum, so der Photoindustrie-Verband in Frankfurt.

Unterschiedliche Brennweiten geben lediglich einen unterschiedlichen Ausschnitt wieder. Entscheidend für die Perspektive aus Sicht des Fotografen ist die Aufnahmehöhe. Bei der sogenannten Normalsicht befinden sich Kamera und Motiv auf einer Höhe. Bezogen auf die Porträtfotografie würde dies bedeuten, dass Gesicht und Kamera auf gleicher Höhe sind - man begegnet dem Motiv sozusagen auf Augenhöhe.

Bei der Aufsicht, auch als Vogelperspektive bezeichnet, befindet sich die Kamera oberhalb des Motivs. Sowohl der Fotograf als auch der Bildbetrachter schauen auf das Motiv herab. Je größer der Höhenunterschied zwischen Fotograf und Motiv ausfällt, desto stärker wirkt sich dieser auf die Perspektive aus. Die Vogelperspektive bewirkt beispielsweise in der Porträtfotografie, dass das Motiv kleiner, unbedeutender, unterwürfiger und auch machtloser wirkt.

Im Gegensatz zur Aufsicht befindet sich bei der Untersicht - auch als Froschperspektive bezeichnet - die Kamera unterhalb des Motivs. Eine Person erscheint dann größer, dominanter und auch bedrohlicher. Vor dem Auslösen sollte man sich gedanklich mit der gewünschten Bildwirkung auseinandersetzen. Für Einsteiger empfiehlt es sich, mit der Perspektive zu spielen. Gerade ungewöhnliche Blickwinkel, die sich deutlich von der Normalsicht abgrenzen, garantieren neue Bilderlebnisse.

Quelle: dpa
(Bilder: getwired / www.sxc.hu ; Enrico Verworner/ www.enrico-verworner.de ; Dash - Fotolia.com; berlin.de)