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Wasserbad für die Kamera: Erste Hilfe

Montag, 24. August 2009 15:17 Uhr

Wenn eine Kamera ins Wasser gefallen ist, sollten nach dem Herausfischen dringend zuerst die Batterien und die Speicherkarte herausgenommen werden.

Anschließend kann die Kamera von außen vorsichtig abgetrocknet werden, erklärt Constanze Clauß vom Photo-Industrieverband in Frankfurt. «Dann würde ich alles öffnen, was ohne Schraubenzieher zu öffnen ist» - also etwa die Klappe für die Akkus, für die Speicherkarten und für die Schnittstellen.

Olympus-Pressesprecherin Elisabeth Claußen-Hilbig empfiehlt, anschließend die Kamera in einer normal beheizter Umgebung einen Tag lang trocknen zu lassen. Auf keinen Fall sollte mit Heißluft aus dem Fön oder aus dem Backofen gearbeitet werden. Dann gilt: «Nach 24 Stunden Kamera wieder einschalten und Funktionsfähigkeit überprüfen.»

Ist Salzwasser hereingelaufen, dürfte die Kamera sofort ein Fall für den Schrott sein. Ist das Gerät in vergleichsweise sauberes Süßwasser gefallen, bestehen laut Constanze Clauß gute Chancen, dass die Kamera nach der Trockenpause wieder einsatzfähig ist. Allerdings sei es sehr wahrscheinlich, dass die Kontakte der Elektronik einer einmal nass gewordenen Kamera bald korrodieren, so dass das Gerät früher oder später funktionsuntüchtig wird.

Die Speicherkarten dürften hingegen ein unfreiwilliges Tauchbad überstehen: «Da passiert in der Regel nichts.» Notfalls müsse man mit einer Datenrettungssoftware arbeiten oder - wenn die Aufnahmen besonders wichtig sind - einen Profi mit der Fotorettung beauftragen. «Das wird dann aber sehr teuer.»

Kostspielig ist es auch, eine Kamera mit Wasserschaden zwecks Reparatur zum Hersteller zu schicken. Gerade bei günstigen Modellen dürfte es sich angesichts stetig fallender Anschaffungspreise eher lohnen, ein neues Gerät zu erstehen. Damit Kamerabesitzer gar nicht erst in die Verlegenheit kommen, zwischen Reparatur und Neukauf zu entscheiden, rät Constanze Clauß, zum Beispiel im Urlaub am Strand, bei Kanufahrten und ähnlichen Aktivitäten entweder ein Unterwasser- Gehäuse oder gleich eine wasserdichte Kamera zu verwenden.

Quelle: dpa
(Bilder: getwired / www.sxc.hu ; Enrico Verworner/ www.enrico-verworner.de ; Dash - Fotolia.com; berlin.de)