Dienstag, 27. März 2012 11:43 Uhr
Zebrastreifen gelten als sicherer Fußgängerüberweg, bieten aber dennoch ein erhöhtes Unfallrisiko. Besonders Autofahrer sollten vorsichtig fahren.
Jeder fünfte der insgesamt 28.582 Fußgängerunfälle mit Verletzten innerhalb geschlossener Ortschaften ereignete sich 2010 in Deutschland an Fußgängerüberwegen- die Passanten eigentlich ein besonders sicheres Überqueren von Straßen ermöglichen sollen. Das hat der Auto-Club-Europa e.V. (ACE) bei der Detailauswertung der Unfallzahlen des Statistischen Bundesamtes festgestellt. 5100 Fußgänger wurden 2010 am Zebrastreifen von Autos oder Fahrrädern angefahren. Im Jahr zuvor waren es sogar 5500.
Besonders gefährdet sind Fußgänger nach Angaben des ACE in den Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg. Die Quote der Fahrer, die wegen eigener Fehler einen Fußgänger anfährt, liegt in Berlin mehr als doppelt so hoch wie im bundesweiten Durchschnitt. Am sichersten leben Fußgänger in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.
Auch die Fußgänger sind laut ACE oft nicht schuldlos. Besonders häufig sind die Berliner Fußgänger selbstgefährdend unterwegs. Häufigster Fehler ist das Überschreiten der Fahrbahn, ohne auf den Verkehr zu achten, gefolgt vom plötzlichen Hervortreten hinter einem Hindernis. Oft wird auch das Rotlicht an Fußgängerampeln missachtet.
Insgesamt mehr als 30.000 Fußgänger verunglückten den Angaben zufolge 2010 im Straßenverkehr. In fast jedem vierten Fall lag die Schuld beim Fußgänger. Besonders gefährdet sind laut ACE junge Menschen und Senioren. «Gerade nach der Umstellung auf Sommerzeit ist nicht jeder hellwach unterwegs», sagte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner.
Der ACE appelliert an Autofahrer, an Zebrastreifen besonders vorsichtig zu sein. Auf einem Zebrastreifen haben Fußgänger Vorfahrt. Motorisierte Verkehrsteilnehmer und auch Radfahrer müssen sich langsam und bremsbereit nähern.
Wer am Zebrastreifen keine Rücksicht nimmt und dabei erwischt wird, muss laut ACE mit 80 Euro Bußgeld und vier Punkten in der Flensburger Verkehrssünderkartei rechnen. Rücksichtslose Radler werden dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) zufolge mit mindestens 40 Euro und einem Punkt bestraft. Bei Gefährdung von Passanten liege das Radfahrer-Bußgeld 10 Euro höher, nach einem Unfall fallen 60 Euro an.
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