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Diabetes
Diabetiker sollten vor Autofahren ihren Blutzuckerspiegel überprüfen, um Unfälle zu vermeiden - und den Führerschein zu behalten. © dpa

Diabetes: Bei Unfall durch Unterzuckerung droht Führerscheinentzug

Montag, 15. November 2010 11:11 Uhr

Unterzuckerung wird bei Diabetikern schnell zur Unfallursache: Das ist nicht nur gefährlich, sondern auch unbequem.

Wer wegen diabetesbedingter Unterzuckerung Verkehrsunfälle verursacht, dem kann der Führerschein entzogen werden. Das geht aus einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Mainz hervor.

Diagnose: Unterzuckerung

Damit bestätigte das Gericht die Entscheidung einer Führerscheinbehörde, die einem zuckerkranken Mann aus Rheinhessen den Führerschein entzogen hatte. Er hatte wegen Unterzuckerung bereits mehrfach Unfälle verursacht.

Ärztliches Gutachten

Im vorliegenden Fall verlor der Diabetiker wegen eines abfallenden Zuckerspiegels auf der Autobahn die Kontrolle über seinen Wagen. Der Wagen geriet ins Schleudern, kollidierte mit der Mittelleitplanke und blieb dann quer zur Fahrbahn stehen. Die zuständige Behörde holte ein ärztliches Gutachten ein und entzog dem Mann dann umgehend den Führerschein.

Regelmäßige Blutzuckerkontrolle

Das von dem Autofahrer eingeschaltete Verwaltungsgericht bestätigte die Entscheidung der Behörde. Obwohl dokumentiert sei, dass er im Zusammenhang mit Unterzuckerungen bereits mehrere Verkehrsunfälle verursacht habe, mache er nicht regelmäßig vor Fahrtantritt Blutzuckerkontrollen, kritisierten die Richter.

Von daher sei er nicht zum Autofahren geeignet. Laut Gutachter sei es aber denkbar, dass ihm nach einer Diabetikerschulung und einer mehrmonatigen Blutzuckereinstellung das Autofahren unter Auflagen wieder gestattet werden könne.

Quelle: dpa

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(Bilder: StVO; Schierenbeck/dpa; Hertha BSC)