Donnerstag, 2. Dezember 2010 13:55 Uhr
Der Skoda Yeti ist ein SUV, der jedem Klischee widerspricht: Er ist sparsam, günstig und hat ein freundliches Design.
Insgesamt gelten die Tschechen als solide und sicher, billig und bodenständig. Aber jetzt entdecken auch sie die Lust am Leben und bringen mit dem Yeti ihr erstes Lifestyle-Modell an den Start.
Lifestyle zum günstigen Einstiegspreis
Als Cousin des VW Tiguan gibt er den ersten modernen Geländewagen von Skoda und will vom anhaltenden SUV-Boom profitieren. Dabei punktet er zur Markteinführung im Spätsommer nicht nur mit einem günstigen Einstiegspreis von 17.990 Euro, sondern auch einem sparsamen Umgang mit Ressourcen: Schließlich braucht der Benjamin unter den Pfadfindern weniger Platz und meist auch weniger Sprit als die Konkurrenz.
Skoda Yeti hat mehr Platz als mancher Kombi
Das größte Plus des Yeti ist allerdings sein ebenso geräumiger wie variabler Innenraum: Obwohl der Wagen mit einer Länge von 4,22 Metern vergleichsweise klein ist, bietet er Platz wie ein Großer. Nicht nur in der ersten Reihe reist man erhaben und bequem. Auch der Fond ist selbst für Erwachsene keine Strafbank. Möglich machen das die drei vom Roomster übernommenen VarioFlex-Sitze. Weil sie verschiebbar sind, auf Wunsch ein Stück weit in die Mitte rücken und man sie umklappen, aufstellen oder ausbauen kann, findet sich beim Yeti immer ein Kompromiss zwischen Komfort und Kofferraum.
Wahlweise genießt man so viel Bein- und Schulterfreiheit wie in der Oberklasse- oder man lädt mehr ein als in manchen Kombi. Immerhin lässt sich der Kofferraum so von 416 auf 1760 Liter erweitern.
Fast so edel wie der VW Tiguan
Dabei wirkt der Yeti vor allem in den besseren Ausstattungsvarianten so vornehm wie das Vorbild aus Wolfsburg. Alle Kunststoffe und Konsolen sind fein gemasert und fügen sich millimetergenau. Es gibt die Option auf bis zu neun Airbags, ein großes Panoramadach, Lederpolster, Klimaanlage oder verschiedene Navigationssysteme. Serienmäßig haben alle Modelle den Schleuderschutz ESP. Erst der zweite Blick beweist, warum ein VW Tiguan eben doch 20 Prozent teurer ist. Vor allem hinter den Kulissen sparen die Tschechen. Handschuhfach oder Gepäckhaken wirken, als wären sie aus Recycling-Plastik geformt.
Der Skoda Yeti setzt auf Downsizing
Um Geländewagen-Kritikern von vornherein den Wind aus den Segeln zu nehmen, sind die Motoren so klein wie das Auto. Downsizing heißt die Zauberformel, die dem Yeti einen Basismotor mit nur 1,2 Litern Hubraum beschert. Allerdings treiben ein Turbolader und die Benzindirekteinspritzung die Leistung auf 77 kW/105 PS. Daneben gibt es als zweiten Benziner einen 1,8-Liter mit 118 kW/160 PS sowie drei flüsterleise Common-Rail-Diesel. Sie alle haben zwei Liter Hubraum, leisten 81 kW/110 PS, 103 kW/140 PS oder 125 kW/170 PS und bringen den Yeti flott in Fahrt.
Sparsam wie eine Limousine
So braucht der mittlere Diesel keine zehn Sekunden bis Tempo 100, schafft immerhin 190 km/h und ist mit 6,1 Litern (CO2-Ausstoß: 159 g/km) zufrieden. Weil Skoda-Kunden bei aller Lust am Leben aber sparsam und vernünftig sind, gibt es den kleinen Benziner ausschließlich und den Basisdiesel auf Wunsch als reine Fronttriebler- so sinkt nicht nur der Preis, sondern auch der CO2-Ausstoß. Und selbst ohne den Allradantrieb mit variabler Kraftverteilung bleibt der Yeti mit seinen 18 Zentimetern Bodenfreiheit ein profunder Pfadfinder.
Nicht nur mit den geschrumpften Motoren, den sparsamen Frontantriebsvarianten und dem Format verwahrt sich Skoda der üblichen Schelte. Auch die Designer haben einen Schmusekurs eingeschlagen. Nicht böse und bullig, sondern freundlich und friedvoll schaut der Yeti in die Weltgeschichte.
Um die Kulleraugen der Zusatzscheinwerfer spielt ein feines Lächeln, harte Kanten sucht man an der Karosserie vergebens, und die geschickt getarnten Karosseriesäulen zwischen Wagenkörper und Dach lassen den immerhin 1,5 Tonnen schweren Wagen ungeheuer leicht wirken. Trotzdem sieht man dem Yeti seine Abenteuerlust an: Die Stoßfänger gehen in einen Unterfahrschutz über und die Flanken tragen breite Plastikplanken.
Obwohl der Yeti den Softie unter den SUVs gibt, kann auch dieser Geländewagen mehr, als die meisten ihm je abverlangen werden. Streng genommen steht er deshalb in derselben Schmuddelecke wie ein Hummer oder ein BMW X6. Denn ein Octavia 4x4 oder ein Roomster erfüllen für die meisten Kunden den gleichen Zweck. Doch machen sich Modell und Motoren so klein, dass sich der Schaden in Grenzen hält- und ein bisschen mehr Lebensfreude kann Skoda auch nicht schaden.
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