Mittwoch, 12. September 2012 15:03 Uhr
Mit dem B-Max schließt Ford zur Konkurrenz auf. Viele innovative Konstruktionen machen ihn zu einem praktischen Familienauto für den Stadtverkehr.
Enge Parklücken, große Kindersitze, sperrige Einkäufe- bei der Auswahl der Familienkutsche sind clevere Verlade-Optionen ein gewichtiges Argument. Den jüngsten und wohl mutigsten Vorstoß in diesem Fahrzeugsegment präsentiert Ford mit dem B-Max.
Der neue Ford B-Max ist der neue Praktiker unter den klassischen Familienmodellen. Zum ersten Mal kombinieren die Kölner Ford Werke Klapp- und Schiebetüren und verzichten auf eine tragende Säule. So entsteht zum Einstiegen eine 1,50 Meter breite Luke- damit hat der B-Max im wahrsten Sinne des Wortes einen einladenden Einstieg. Im November 2012 kommt er zu Preisen ab 15.950 Euro in den Handel.
Das ungewöhnliche Türkonzept erforderte aufwendige Neukonstruktionen: Sitze mit integrierten Gurten, Laufschienen in den Flanken und Türschlösser in der Trittleiste. Der von Ford betriebene Aufwand hat für den Nutzer praktische Vorteile. Die Insassen schlüpfen selbst in der engsten Tiefgarage bequem auf den Rücksitz, Einkaufstüten fallen wie von Zauberhand in den Fond, beim Anschnallen der Kinder muss man sich nicht mehr verrenken. Und sogar sperrige Pakete aus Baumarkt oder Möbelhaus hat man im Nu durch die Kofferraumklappe gewuchtet.
Während der B-Max für Kind und Kegel bequem zu entern ist und auch auf der Rückbank noch genügend Platz für Kopf und Knie bietet, ist sein Kofferraum zu knapp bemessen: 318 Liter Stauvolumen sind vergleichsweise wenig. Anders als bei Konkurrenzmodellen lässt sich das Gepäckabteil auch nicht durch eine verschiebbare Rückbank vergrößern. Zwar können die geteilte Rücklehne und der Beifahrersitz für lange Ladung umgelegt werden, doch auch die 1386 Liter bei maximaler Raumausnutzung sind allenfalls Mittelmaß.
Das Design des B-Max wirkt frisch, die Innenausstattung vornehm. Genau wie die Bodengruppe stammt auch das Cockpit im Grunde vom Ford Fiesta. Allerdings haben die Kölner Autobauer Material und Farben besser aufeinander abgestimmt, das Innenleben teilweise moderner gestaltet und die Ausstattung dem Stand der Technik angepasst. So gibt es neben sieben Airbags auf Wunsch auch eine City-Notbremsfunktion. Diese überwacht mit Radar den Abstand zum Vordermann und steigt bis Tempo 30 in brenzligen Situationen automatisch in die Eisen. So werden Auffahrunfälle vermieden oder zumindest gemildert.
Falls doch was passiert, hat Ford schon jetzt den automatischen Notruf e-call eingebaut, den die EU-Kommission für alle Neuwagen vorschreiben will. Beim Infotainment patzt Ford hingegen und bietet eine Navigation beispielsweise nur zur Nachrüstung an. Und vom Internet im Auto ist überhaupt nicht die Rede.
Weil der B-Max mit seinen 4,08 Metern ein kleines und vergleichsweise leichtes Auto ist, genügt ihm auch ein kleiner Motor- und das darf man wörtlich nehmen: Im Topmodell kommt nur ein Dreizylinder mit einem Liter Hubraum zum Einsatz. Der ist allerdings das stärkste der insgesamt vier Benzin- und zwei Diesel-Aggregate und leistet dank Turbo und Direkteinspritzung 88 kW/120 PS.
Bis Tempo 100 benötigt der Wagen aus dem Stand 11,2 Sekunden. Wer auf dem Gas bleibt, kann mit fast 190 Sachen über die Autobahn fahren und erlebt den Knirps als überraschend erwachsenes Auto. Dank der komfortablen Federung und guten Dämmung lassen sich auch lange Strecken gut bewältigen. Und auch auf kurvigen Landstraßen ist der B-Max kein Spielverderber.
Eine weniger sparsame Fahrweise wirkt sich allerdings auf den Benzinverbrauch aus. Wer das Auto zügig bewegt, liegt weit über dem angegebenen Normverbrauch von 4,9 Litern (CO2-Ausstoß 119 g/km).
Das eigentliche Revier des B-Max ist der Stadtverkehr. Die hohe Sitzposition verschafft dem Fahrer einen guten Überblick über das Verkehrsgeschehen. Außerdem ist der Wagen kompakt und lässt sich entsprechend gut in enge Parklücken bugsieren. Wer dabei um den Lack fürchtet, kann neben Parksensoren auch eine Rückfahrkamera bestellen, die dem Fahrer nach hinten die Augen öffnet.
Viele Jahre musste Ford pfiffigen Konkurrenten wie dem Opel Meriva meilenweit hinterherfahren. Doch mit dem B-Max kommen die Kölner jetzt spät, aber durchaus konkurrenzfähig. Schnittig gezeichnet, pfiffig konstruiert und überraschend sportlich abgestimmt macht er den Rückstand wett.
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