Montag, 6. Juli 2009 17:24 Uhr
Verführerisch, chic und geschickt zugleich: Der kompakte Franzose findet die Balance zwischen Funktion und Aussehen.
Weil die Rechnung für die Franzosen so gut aufgegangen ist, dass sie es in diesem Segment mittlerweile zum europäischen Marktführer gebracht haben, schicken sie nun ihr nächstes Kunstwerk ins Rennen: den C3 Picasso. 4,08 Meter lang, pfiffig gezeichnet und liebevoll ausgeschlagen, soll er zu Preisen ab 14.900 Euro vor allem gegen Autos wie den Opel Meriva oder den Renault Grand Modus punkten.
Allerdings hatten die Franzosen bei der Entwicklung einen neuen Ansatz gewählt. Weil Gebrauchsgegenstände in Zeiten des iPhones zusehends zu Statussymbolen werden und Prestigeobjekte umgekehrt auch wieder praktischer sein sollen, ist der C3 vielseitig und verführerisch, schick und geschickt zugleich. Für den hohen Nutzwert des kleinen Franzosen steht vor allem das vorbildliche Verhältnis von Fläche und Raum. Obwohl kaum größer als ein Kleinwagen, bietet der C3 mehr Platz als manche Mittelklasse-Limousine. Und von hinten gesehen wird er mit einem Fassungsvermögen von 385 bis 1506 Litern gar zum Kleintransporter.
Eine getrennte und jeweils um 15 Zentimeter verschiebbare Rückbank, eine mit nur einem Handgriff versenkbare Rückenlehne sowie ein höhenverstellbarer Ladeboden helfen bei der Suche nach dem individuellen Kompromiss zwischen Kofferraum und Kniefreiheit. Eine Vielzahl praktischer Ablagen unterstützt die Passagiere bei der Kleinteillogistik. Die großen Fensterflächen verbessern zudem Aussicht und Raumgefühl. Als einziges Auto in dieser Klasse hat der C3 zum Beispiel eine geteilte A-Säule und dazuwischen noch mal eine große Scheibe, die das Blickfeld erweitert. Nur beim Parken fühlt man sich beinahe blind, weil Motorhaube und Heck des Picassos schwer einzusehen sind.
Ein Schmuckstück für die Stadt
Passend zum Namen ist auch das Design des C3 Picasso ein Kunstwerk. Obwohl die Maximierung des Innenraums an erster Stelle stand, haben die Franzosen deshalb keinen schnöden Kasten entworfen. Stattdessen sind die Ecken weich geschliffen und der Van mit dem sympathischen Gesicht verfügt über die auffälligsten Augen der Saison im Kühlergrill. Außerdem nimmt der Citroën mit der hohen Haube und den stabilen Rammschutzleisten optische Anleihen bei den Geländewagen und wirkt deshalb im Großstadt-Dschungel vertrauenserweckend robust. Allerdings muss man schmückende Extras wie die geschwärzten Felgen oder die dunklen Einsätze in den Stoßfängern mit 700 Euro extra bezahlen.
Dank vieler Extras preiswert, aber nicht billig
Überhaupt ist der C3 Picasso zwar preiswert, aber nicht unbedingt billig. Denn von Standards wie vier Airbags und ESP abgesehen, findet man viele pfiffige Details nur in der Aufpreisliste: Das riesige Panorama-Dach kostet mindestens 500 Euro. Das Paket mit ein paar weiteren Ablagen, Klapptischen an den Rücklehnen oder der eingebauten Taschenlampe im Kofferraum schlägt mit 350 Euro zu Buche; und beim Basismodell bittet Citroën auch für die Kopf-Airbags noch einmal zur Kasse.
Beim Fahren im besten Sinne unauffällig
Zum Start gibt es den C3 Picasso in Deutschland lediglich mit zwei Benzinern mit 70 kW/95 PS und 88 kW/120 PS und einem Diesel, der aus 1,6 Litern Hubraum 80 kW/109 PS schöpft. Mit maximal 245 Nm hat er zwar ordentlich Kraft. Doch weil der C3 weder leicht noch windschnittig ist, braucht er bis Tempo 100 trotzdem 12,4 Sekunden. Aber die Höchstgeschwindigkeit von 183 Stundenkilometern (km/h) geht in Ordnung, der Verbrauch von 4,9 Litern (CO2-Ausstoß: 130 g/km) ist gar vorbildlich.
Und das Fahrverhalten ist im besten Sinne unauffällig: Nicht hart, aber straff gefedert, lässt sich der C3 gut auf Kurs halten und überzeugt in der Stadt mit einer leichtgängigen Lenkung und einem kleinen Wendekreis. Außerdem sind Motorraum und Fensterscheiben so gut gedämmt, dass man die französische Kleinkunst in angenehmer Stille genießen kann.
Fazit: Gute Kunst hat ihren Preis
Natürlich wird der Picasso die automobile «Raumfahrt» nicht revolutionieren. Doch das Platzangebot und das variable Innenleben sind vorbildlich, und das Design ist einzigartig. Während man Großraumlimousinen bislang vor allem aus Vernunft gekauft hat, erwärmt der Citroën C3 Picasso auch das Herz. Aber wie in der Malerei gilt auch beim Autohändler: Gute Kunst hat ihren Preis.
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