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Citroën C4 Aircross
Geländewagen boomen- kein Wunder, dass Citroën mit dem C-Crosser ein weiteres Modell für dieses Segment herausbringt. © dpa

Citroën C4 Aircross: Franzose japanischer Abstammung

Montag, 11. Juni 2012 13:33 Uhr

Citroën bringt den neuen Geländewagen C4 Aircross auf den Markt. Auch wenn der Franzose äußerlich ganz nach einem Citroën aussieht, hat er seine Wurzeln in Fernost.

Der C-Crosser war nur der Anfang: Nachdem Citroën für seinen ersten Geländewagen bereits den Mitsubishi Outlander umgearbeitet hat, bringen die Franzosen jetzt ihren zweiten Japan-Import für das boomende SUV-Segment an den Start. Ab 2. Juni 2012 verkaufen sie den etwa 40 Zentimeter kürzeren ASX von Mitsubishi für mindestens 23.690 Euro als C4 Aircross.

Citroën C4 Aircross Beim C4 Aircross erkennt man auf Anhieb das Citroën-Design. © dpa

Japan-Import mit typischen Citroën-Merkmalen

Dabei haben die Designer in Paris durchaus Eigensinn bewiesen. Weil nur die Türen und das Dach vom ASX übernommen und alle anderen Blechteile neu gepresst wurden, erkennt man den Citroën auf Anhieb: Genau wie die anderen Modelle der C4-Palette hat er einen Kühlergrill in Form des Doppelwinkels, große Scheinwerfer und senkrechte LED-Leisten wie Walrosszähne. Auch die Rückleuchten wie ein Bumerang und der schicke Schmiss in der C-Säule, der Heckscheibe und Seitenfenster verbindet, sind typisch Citroën.

Sparsamer Basis-Diesel im Citroën C4 Aircross

Auch unter der Haube gibt es ein wenig französische Technik. Denn zumindest der Basis-Diesel mit 1,6 Litern Hubraum und 84 kW/115 PS stammt von Citroën. Mit einem Normverbrauch von 4,6 Litern für die Version mit Frontantrieb und einem CO2-Ausstoß von 119 g/km ist er der ganze Stolz der Entwickler, weil C4 Aircross damit zu den sparsamsten Autos seiner Klasse zählt.

Serienmäßige Start-Stopp-Automatik und Rekuperationsbremsen

Wer allerdings nicht nur sparen, sondern auch wenig Spaß haben will, ist mit dem großen Diesel besser bedient. Er hat 1,8 Liter Hubraum, kommt auf 110 kW/150 PS und geht mit bis zu 300 Newtonmeter Drehmoment zu Werke. Zwar klingt er ein wenig laut und kratzig, und ein Automatikgetriebe würde ihm auch nicht schaden. Aber er beschleunigt den Wagen immerhin in 10,8 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 200 km/h. Weil auch dieser Motor serienmäßig mit Start-Stopp-Automatik, Rekuperationsbremsen und elektrischer Servolenkung kombiniert wird, ist er ebenfalls kein großer Schlucker: 5,4 Liter oder 142 g/km CO2 pro Kilometer stehen für ihn im Datenblatt.

Ein Benziner im Citroën C4 Aircross

Als dritten Motor gibt es noch einen Benziner mit 1,6 Litern Hubraum und 86 kW/117 PS, der allerdings fast ausschließlich der Preiskosmetik dient. Kaufen, so sind die Franzosen überzeugt, wird den zumindest in Deutschland kaum jemand. Falls doch, können die Kunden mit 184 km/h und einem Normverbrauch von 5,9 Litern rechnen (CO2-Ausstoß: 135 g/km).

Citroën C4 Aircross Mit einem Drehknopf in der Mittelkonsole werden die Hinterräder zugeschaltet. © dpa

C4 Aircross mit Allradantrieb

Das Design von Fahrzeugen wie dem C4 Aircross soll eine Gefühl von Freiheit und Abenteuer vermitteln. Aber die meisten Kunden nutzen diese SUV ohnehin nur in der Stadt. Deshalb fährt der 4,34 Meter lange Franzose in der Regel mit Frontantrieb. Wer den Wagen als Allradler haben will, muss dafür 2000 Euro extra bezahlen. Dann kann man mit einem Drehknopf in der Mittelkonsole die Hinterräder zuschalten oder der Elektronik die Verteilung der Kraft überlassen. Bis zu 70 Prozent der Antriebleistung gehen dann an die Hinterachse, sobald die Sensoren vorn erhöhten Schlupf registrieren. Allerdings kostet die Technik nicht nur Geld, sondern auch Treibstoff. Um 0,2 bis 0,3 Liter steigt der Durchschnittsverbrauch für die Allradversionen.

Citroën C4 Aircross bleibt im Grunde ein Japaner

Trotz aller äußerlichen Änderungen ist der C4 Aircross ein ASX geblieben. Hier ein bisschen Klavierlack, dort ein paar Chromleisten, und dazu etwas mehr Polsterstoff am Lenkrad- so wird aus dem Japaner ein Franzose. Das ist im Grunde kein Problem, denn der Mitsubishi ist kein schlechtes Auto. Er bietet vorne reichlich und hinten genügend Platz und hat einen alltagstauglichen Kofferraum mit 416 Litern Volumen. Außerdem sind sieben Airbags und ESP immer Serie.

Citroën C4 Aircross Der C4 Aircross ist viel teurer als der nahezu identische Mitsubishi ASX. © dpa

Großer Preisunterschied zwischen C4 Aircross und ASX

Und gegen Aufpreis gibt es ein paar schmucke Extras wie das große Panorama-Dach, ein schlüsselloses Startsystem oder eine digitale Jukebox. Das Problem ist der Preis: Mit 23.690 Euro ist der Citroën fast 5000 Euro teurer als der nahezu identisch ausgestattete Mitsubishi. Und bis man mit Diesel, Allrad und ein paar klassenüblichen Extras vom Hof fährt, kommen schnell mehr als 30.000 Euro zusammen.

Fazit: Schick und Charme haben ihren Preis

Citroën fährt mit einem Auto in ein boomendes Segment, das von einem selbst gemachten Handicap eingebremst wird: Es hat das richtige Format, zeitgemäße Motoren, einen ordentlichen Zuschnitt und einen Hauch von Pariser Mode. Doch genau wie bei den Designer-Kollektionen aus der französischen Hauptstadt haben Schick und Charme hier ihren Preis. Von der Stange geht es deutlich billiger.

Quelle: dpa
(Bilder: StVO; Schierenbeck/dpa; Hertha BSC)