Freitag, 1. Oktober 2010 12:38 Uhr
Luxuriös wie eine Limousine, sportlich wie ein Coupé und praktisch wie ein Kombi: der Audi A7 Sportback ist ein Alleskönner.
Kein anderes Auto der bayrischen Autobauer wurde bislang so schwungvoll gezeichnet, nie zuvor hatten die Designer so viel zu sagen. «Der A7 ist Leidenschaft pur», erklärt Designchef Wolfgang Egger und lässt den Blick über die markante Tornado-Linie streifen. Sie zieht sich über die gesamte Flanke und streckt den Wagen schier ins Unendliche. Darüber schwingt sich eine sanfte Dachlinie, die entgegen der Fahrtrichtung in einem unverwechselbaren Heck ausläuft. Die Front wirkt flach und kräftig und hat tatsächlich noch mal eine neue Spielart des immer gleichen Single-Frame-Grills gefunden.
Sportback mit eingebauter Wohlfühlgarantie
Seine Sonderstellung demonstriert der Sportback auch im Innenraum. Wo der A6 die Business-Baureihe gibt und der A8 im Frack fährt, wirkt der A7 leicht und unbeschwert wie die automobile Entsprechung zur Operette. Der Armaturenträger ist weicher geschwungen, die Konsolen sind etwas verspielter und die Farben und Formen mit mehr Mut gewählt.
Was bleibt, ist das, was Audi-Chef Rupert Stadler die «eingebaute Wohlfühlgarantie» nennt: Jeder Schalter liegt perfekt zur Hand, alles ist klar und übersichtlich, und kein anderer Hersteller in diesem Segment legt seine Innenräume so perfektionistisch aus.
Beachtliches Ladevolumen
Aber der Sportback ist nicht nur schön, sondern auch praktisch. Bei 4,97 Metern Länge und 2,91 Metern Radstand bietet er vorn wie im Fond mehr als genügend Platz. Nur beim Einsteigen müssen die Hinterbänkler ein wenig den Kopf einziehen.
Außerdem haben die Bayern mit der Nähe zum Avant nicht zu viel versprochen: Der Kofferraum fasst ein Volumen von 535 Litern, bei umgeklappter Rückbank beträgt das Ladevolumen 1390 Liter.
Start-Stopp-Automatik für jede Motorvariante
Eleganz alleine reicht jedoch nicht: Effizienz ist deshalb das Wort, das die Audi-Entwickler genauso häufig in den Mund nehmen. Das rechtfertigen sie mit einer Konstruktion aus Spezialstahl und Aluminium, die rund 15 Prozent Gewicht spart.
Dazu kommt eine neue elektrische Servolenkung, die allein 0,3 Liter weniger verbraucht. Und sie rechtfertigen das mit der Start-Stopp-Automatik für jede Motorvariante, dem aktiven Thermomanagement und der Energierückgewinnung beim Bremsen. Selbst das stärkste Modell verbraucht so nur 8,2 Liter auf 100 Kilometer (CO2-Ausstoß 190 g/km). Das sparsamste ist mit 5,3 Litern (CO2:139 g/km) zufrieden.
3,0-Liter-Diesel mit 180 kW/245 PS ideal
Bei der ersten Ausfahrt macht der A7 eine gute Figur: Lässig, locker und vor allem ungeheuer leise rollt der Viersitzer über Autobahnen und Landstraßen. Die neue Lenkung ist präzise, und wer das adaptive Fahrwerk bestellt, findet auf Knopfdruck immer den richtigen Kompromiss zwischen Komfort und Bestimmtheit. Nur die beiden V6-Benziner oder -Diesel mit 204 PS wirken bisweilen als Spaßbremse. Wer auch bergauf vorne mitfahren will, muss zu den stärkeren Varianten greifen und ist damit auch vor der stufenlosen Automatik gefeit.
So gibt es wohl keine bessere Kombination als den 3,0-Liter-Diesel mit 180 kW/245 PS und Doppelkupplungsautomatik: Er ist mit 500 Nm spurtstark, kommt in 6,3 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht mühelos 250 km/h, braucht aber nur 6,0 Liter (CO2: 158 g/km).
Neu: das Head-Up-System
Weil der A7 in Sachen Elektronik ein kleiner A8 ist, gibt es an Bord jede Menge Hightech für Information, Unterhaltung und Sicherheit: Die Navigation ist online und zeigt die Route auf Fotokarten von Google an, seine Ziele schreibt man von Hand auf ein Touchpad, und surfen kann man unterwegs auch. Dazu halten Assistenzsysteme den Abstand und die Spur, blicken mit Infrarot-Technik in die Nacht oder leuchten um die Kurve.
Neu für Audi ist nur das Head-Up-System, das wichtige Informationen direkt ins Sichtfeld des Fahrers projiziert, und der Active Lane Assist, der unaufmerksame Abweichler mit einem dezenten Lenkeingriff zurück auf den Pfad der Tugend führt.
Zwar ist der A7 nicht der erste seiner Art. Doch ist er allemal eine interessante Alternative für alle, denen ein Coupé zu knapp, eine Limousine zu bieder und ein Kombi zu vernünftig ist.
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