Mittwoch, 12. September 2012 11:39 Uhr
Bis auf die hohe Sitzposition hat Hondas neues SUV CR-V nicht mehr viel mit einem Geländewagen gemein- doch gerade das macht es so alltagstauglich.
Schon bei der Premiere der ersten Generation des Honda CR-V vor knapp 20 Jahren eher für den Alltag als fürs Abenteuer gemacht, kommt die vierte Auflage jetzt vollends in der Zivilisation an: Flacher und sportlicher gezeichnet als früher, innen dafür praktischer geschnitten und zum ersten Mal auch ohne Allrad-Antrieb erhältlich, wird der CR-V zum Softie unter den SUVs. Kaufen kann man den Japaner ab Mitte Oktober, die Preise gibt erst kurz vorher. Aber eine Tendenz lässt sich bereits absehen: Durch den abgespeckten Antrieb wird das Basismodell günstiger und könnte schon bei 25.000 Euro starten.
Im neuen CR-V möchte Honda das Beste aus zwei Welten vereinen: Man sitzt so hoch wie in einem Geländewagen und genießt eine entsprechend gute Übersicht. Gleichzeitig bietet der CR-V aber fast so viel Platz wie ein großer Kombi, den man nun auch noch besser nutzen kann. Das Volumen des Kofferraums ist um 20 Prozent auf 589 Liter gewachsen, damit zählt das Gepäckabteil zu den größten in diesem Segment. Zudem gibt es erstmals eine elektrische Heckklappe, die Ladekante ist etwas tiefer gerutscht. Und die beiden Hälften der Rückbank kann man mit je einem Handgriff umlegen: Einfach am Hebel hinten im Kofferraum ziehen, schon fallen Kopfstützen, Lehnen und Sitzkissen förmlich in sich zusammen. Nur um sie wieder aufzurichten, muss man selbst Hand anlegen und stolpert über schlichte Schlaufen zwischen den Polstern.
Überhaupt ist das mit der Materialanmutung so eine Sache. Honda selbst spricht von einer deutlichen Verbesserung. Und tatsächlich fühlt man sich gut aufgehoben in der weitläufigen Sitzlandschaft, die jetzt für Kopf, Knie und Ellbogen etwas mehr Platz bietet. Aber sobald man genauer hinschaut, stößt sich das Auge an billigen Kunststoffen und vor allem an den altbackenen Displays mit grobpixeligen Grafiken und trüben Farben.
Innen mag der CR-V ein wenig patzen, und das Karosseriedesign mit der stark geneigten Heckscheibe ist sicher Geschmackssache. Doch unter dem Blech bleibt der Wagen frei von Tadel. Der neue und für das Basismodell nur noch optionale Allradantrieb reagiert schneller und schluckt nicht mehr so viel Kraft. Die Geräuschdämmung ist so gut, dass man sich am Steuer fühlt wie in Watte gepackt. Und die Motoren sind kraftvoller, kultivierter und sparsamer als vorher.
Eine besonders gute Figur macht der Diesel. Der 2,2 Liter große Vierzylinder leistet zwar wie bisher 110 kW/150 PS, wirkt jetzt aber harmonischer, tritt mit einem maximalen Drehmoment von 350 Newtonmetern kräftiger an und verbraucht deutlich weniger: Mit Sechsgang-Schaltung und serienmäßiger Start-Stopp-Automatik kommt er auf einen Normverbrauch von 5,6 Litern (CO2-Ausstoß: 149 g/km)- das sind zwölf Prozent weniger als früher. Mit einem Sprintwert von 9,7 Sekunden und einem Spitzentempo von 190 km/h ist die Dieselvariante des CR-V ein gemütlicher Dauerläufer. Wer keinen Diesel möchte oder sich auf Frontantrieb beschränken will, dem bietet Honda einen 2,0-Liter-Benziner mit 114 kW/155 PS. Dessen Durchschnittsverbrauch soll im günstigsten Fall 7,2 Liter betragen, was einem und der CO2-Ausstoß von 168 g/km entspricht.
Vor allem mit Hybridmodellen wie dem Insight und dem CR-Z hat Honda aber gelernt, dass die beste Spritspartechnik ohne einen vernünftigen Fahrer nichts bringt. Deshalb haben die Japaner auch im CR-V einen «Econ»-Modus eingeführt, der sich auf Knopfdruck aktivieren lässt. Die Funktion dämpft die Klimaanlage und nimmt Einfluss auf die Motorsteuerung. Außerdem leuchten zwei Sicheln links und rechts des Tachos auf, die nur dann grün erstrahlen, wenn der Fahrer seinen Gasfuß ganz leicht macht. Das klingt simpel, sei aber so wirkungsvoll, dass man noch einmal bis zu zehn Prozent sparen könne, versprechen die Entwickler.
Elegant gezeichnet, geräumig geschnitten und modern motorisiert- so kommt der CR-V der vierten Generation endgültig im Alltag an. Wer Expeditionen unternehmen möchte, ist mit dem Japaner zwar falsch bedient. Doch für ein bisschen Eis und Schnee ist man mit dem optionalen Allradantrieb bestens gewappnet. Und von der hohen Sitzposition profitiert man bei jedem Wetter. Mehr Abenteuer-Auto braucht in unseren Breiten kein Mensch.
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