Donnerstag, 13. September 2012 15:15 Uhr
Markantes Design, hochwertiger Innenraum und viele Extras: Mit der zweiten Generation des i30 schließt Hyundai zu den Besten der Kompaktklasse auf.
Das erste Lob kam ausgerechnet vom härtesten Konkurrenten: «Da scheppert nix», schwärmte VW-Chef Martin Winterkorn einst bei einer Sitzprobe über den Hyundai i30. Tatsächlich kommt der Wagen den Besten in der Kompaktklasse so nah wie nie zuvor.
Nach dem Lob vom ärgsten Konkurrenten probieren nun die Kunden, ob der i30 für die Kompaktklasse dem Primus aus Wolfsburg am Zeug flicken kann. Seit dem Frühjahr ist er zu Preisen ab 15.850 Euro im Handel. Dafür gibt es einen schnittig gezeichneten Fünftürer, der in Länge und Breite ein wenig gewachsen ist, sich aber dafür etwas tiefer auf die Straße duckt. Zusammen mit dem ausdrucksstarken Gesicht, den stark konturierten Flanken und dem knackigen Heck sieht die zweite i30-Generation deutlich sportlicher aus als bisher. Außerdem bietet das Auto innen ein wenig mehr Platz: Vorn sitzt man fast so bequem und luftig wie in der Mittelklasse, die Rückbank taugt zur Not auch für zwei Erwachsene und der Kofferraum fasst 378 Liter- das ist eine Reisetasche mehr als beim Golf. Wem das nicht genügt, dem verkaufen die Koreaner bald auch wieder einen Kombi.
Das sportlichere Design ist das eine. Aber viel deutlicher wird der Fortschritt im Innenraum: Der i30 macht endgültig Schluss mit der lustlosen Beliebigkeit und fordert den Golf mit seinen eigenen Waffen heraus: Verarbeitungsqualität und Liebe zum Detail sind es, mit denen die Koreaner die Kunden überzeugen wollen. Deshalb lässt sich nicht nur das Lenkrad schepperfrei verstellen. Die Ledersitze sind weicher, die Kunststoffoberflächen vornehmer, die Nähte in den Bezügen sauberer, die Schalter hochwertiger und die Grafiken der Bildschirme brillanter als früher. Wo man im Golf bislang noch auf pixelige Punkte-Schriften schaut, kann es das Display im Cockpit des Hyundais mit jedem Smartphone aufnehmen.
An den Start geht der i30 mit gleich fünf Motoren. Es gibt zwei Benziner mit 1,4 Litern Hubraum und 73 KW/100 PS oder 1,6 Litern und 99 kW/135 PS sowie drei Diesel. Der kleinste Selbstzünder hat 1,4 Liter Hubraum und leistet 66 kW/90 PS. Darüber rangiert ein 1,6-Liter, den es mit 81 kW/110 PS oder 94 kW/128 PS gibt. Bei der ersten Testfahrt macht der stärkste Selbstzünder eine ausgesprochen gute Figur. Er läuft ruhig und kultiviert und steht mit maximal 260 Nm gut im Futter: Auf Tempo 100 sprintet er in 10,9 Sekunden und Schluss ist bei knapp 200 km/h. Dabei überrascht er vor allem mit einem geringen Normverbrauch: Mit der Blue Drive-Ausstattung und Start-Stopp-Automatik kommt er auf 3,7 Liter und einen CO2-Ausstoß von 97 g/km. Da sind viele Kleinwagen durstiger, und auch der Golf Blue Motion ist nicht besser.
Deutlich besser als früher, aber noch nicht ganz auf Golf-Niveau ist das Fahrwerk des i30, dem ein wenig die Ruhe und Reife des Wolfsburgers fehlen. Dafür jedoch bieten die Koreaner Charakter auf Knopfdruck: Als erste in dieser Klasse haben sie serienmäßig eine elektrische Servolenkung eingebaut, deren Programmierung der Fahrer ändern kann. Im Comfort-Modus lenkt sich der i30 besonders weich und leicht, so dass man prima durch die Stadt kurven und einfach in enge Parklücken zirkeln kann. In der Normaleinstellung rollt der Koreaner starr und stabil über Autobahn und Landstraßen. Und im «Sport»-Betrieb fordert er bei der Kurvenfahrt eine feste Hand. So lässt selbst der Diesel ein wenig von jenem GTI raushängen, der in der Modellpalette der Koreaner bislang noch fehlt.
Die variable Lenkung ist nicht das einzige Extra, auf das die Koreaner stolz sind. Auf Wunsch gibt es auch LED-Tagfahrlicht und adaptive Xenon-Scheinwerfer. Man kann den i30 mit Rückfahrkamera und Panoramadach oder einem schlüssellosen Zugangssystem bestellen, und die Handbremse funktioniert immer elektrisch. Ebenfalls immer an Bord sind neben ESP und sechs Airbags auch die Klimaanlage und das CD-Radio. Und wer an der Qualität zweifelt, wird auf die Garantieleistung verwiesen: Anders als die deutschen Konkurrenten stehen die Koreaner fünf Jahre für ihre Fehler ein und stützen damit zugleich auch den Restwert.
Eleganter gezeichnet und nobler ausgeschlagen als früher, kommt die zweite Generation des i30 den Besten in der Kompaktklasse näher als je zuvor. Der Kompakte aus Korea macht einen soliden Eindruck, punktet mit sparsamen Motoren und auf Knopfdruck mit sportlicher Abstimmung und geht technologisch teilweise sogar in Vorlage. Die Aufnahme in den Golf-Club hat Hyundai damit endgültig bestanden.
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